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Göttingen Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Stadt Hann. Münden
Die Region Göttingen Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Stadt Hann. Münden
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00:20 11.10.2018
Ein Rauchmelder fehlte in dem städtischen Haus. Quelle: dpa
Göttingen / Hann. Münden

Ein Brand in einem Mehrfamilienhaus in Hann. Münden (Kreis Göttingen) hat jetzt strafrechtliche Folgen für die Stadtverwaltung. Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt gegen drei städtische Mitarbeiter wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, teilte ein Sprecher der Strafverfolgungsbehörde am Montag mit. Bei dem Feuer im März 2017 waren in dem als Obdachlosenunterkunft genutzten Gebäude zwei 38 und 76 Jahre alte Frauen schwer verletzt worden. Die 38-Jährige erlag später ihren schweren Brandverletzungen. Nach dem Brand war bekanntgeworden, dass in dem städtischen Gebäude keine Rauchmelder installiert waren, obwohl dies bereits seit dem 1. Januar 2016 gesetzlich vorgeschrieben ist.

Kerze löste Brand aus

Das Feuer war damals um kurz vor Mitternacht in einer Wohnung in der ersten Etage ausgebrochen. Ursache war nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine brennende Kerze in einem Schlafraum. Zwei beherzten Nachbarn gelang es, mit einer Leiter eine 76-jährige Frau durch ein Fenster zu retten und auch noch die Wohnungstür zu öffnen, um die 38-jährige Mieterin aus der bereits brennenden Wohnung zu holen. Die 38-Jährige kam zunächst in eine Klinik nach Göttingen und wurde dann in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) verlegt, wo sie knapp drei Wochen später verstarb. Mündens Bürgermeister Harald Wegener hatte damals eingeräumt, dass die Stadt es versäumt hatte, in dem Gebäude die gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder einzubauen.

Gutachten von Sachverständigen

Die Staatsanwaltschaft hatte nach dem Brand zunächst ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung eingeleitet, das nach dem Tod der 38-Jährigen auf den Verdacht der fahrlässigen Tötung ausgeweitet wurde. Um zu klären, ob der Einbau von Rauchmeldern den Tod der Frau verhindert hätte, gab die Strafverfolgungsbehörde ein Sachverständigengutachten in Auftrag. Dieses liege seit Ende September vor, sagte Behördensprecher Frank-Michael Laue. Das Gutachten komme zu dem Ergebnis, dass der Tod der Frau mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hätte vermieden werden können, wenn in dem Gebäude die vorgeschriebenen Rauchmelder ordnungsgemäß installiert worden wären. Jetzt gehe es bei den weiteren Ermittlungen um die Frage, wer in der Stadtverwaltung für dieses Versäumnis verantwortlich sei.

Gebäude inzwischen stillgelegt

Nach Angaben der Stadtverwaltung ist das betroffene Gebäude inzwischen stillgelegt worden. Von den ursprünglich drei Gebäuden des Wohnkomplexes werde nur noch eines genutzt. Derzeit seien dort sechs Personen untergebracht, teilte eine Sprecherin mit. Alle Räumlichkeiten seien mit Rauchmeldern ausgestattet.

Von Heidi Niemann

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