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Göttingen Neonazi bedroht Göttinger Kreisdezernentin
Die Region Göttingen Neonazi bedroht Göttinger Kreisdezernentin
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01:14 07.09.2014
Quelle: Settnik/dpa
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Göttingen/Adelebsen

Bekannt geworden waren bisher nur Drohungen gegen Mitarbeiter der Göttinger Organisation Rote Hilfe, für die sich Messerschmidt inzwischen vor Gericht verantworten musste.

In dem Brief an die Rote Hilfe hatte Messerschmidt die Mitglieder als „linke Spasemacken“ und „Hohlbirnen“ bezeichnet und mit dem Hinweis auf besonders effektive Pistolenmunition gedroht: „Lieber  tot als rot!“ (Tageblatt berichtete). Parallel habe Messerschmidt in einem Brief eine Mitarbeiterin der Göttinger Justizvollzugsanstalt (JVA) beleidigt, ergänzte jetzt Andreas Buick, Sprecher der Göttinger Staatsanwaltschaft. Beides habe ihm eine Strafanzeigen wegen Bedrohung und Beleidigung eingebracht.

Im Mai sei er vom Landgericht zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Dagegen habe der Angeklagte Berufung eingelegt – das Verfahren laufe noch.

Geschrieben hatte Messerschmidt die Briefe im Januar 2013 in der JVA: Er war 2009 im sogenannten Pumpgun-Prozess wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz sowie wegen Bedrohung und Beleidigung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

„Offenkundig tief nazistische Einstellung“

Bisher nicht öffentlich bekannt war, dass Messerschmidt dann auch einen Drohbrief an das Ordnungsamt des Landkreises und namentlich an die zuständige Dezernenten Wemheuer geschrieben hatte. Die Behörde hatte ihm den Besitz von Waffen untersagt.

Wemheuer und Buick bestätigen den Brief, machen aber keine genaueren Angaben zum Inhalt. Die „offenkundige tief nazistische Einstellung“ des Adressaten hätten sie sehr erschreckt, so Wemheuer. Sie lasse sich davon in ihrem Amt aber „nicht beeindrucken“. Auch rechtlich habe das Schreiben keine Folgen, ergänzt Buick.

Das Verfahren sei mit Blick auf die weiteren Fälle eingestellt worden, weil sich daraus mit großer Wahrscheinlichkeit keine höhere Strafe ergeben hätte. Messerschmidt ist seit kurzem Mitglied im Bundesvorstand der Partei „Die Rechte“. Im „Pumpgun-Prozess“ musste er sich nach einer Schießerei in einer Weender Tabledance-Bar vor sechs Jahren wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten.

Dabei soll er auf ein Mitglied des Motorradclubs Hells Angels geschossen haben, dass jetzt eine führende Rolle in Südniedersachsen spielt. Pikant: Während eines Club-Treffens am vergangenen Wochenende in Güntersen sollen sich auch Messerschmidt und sein damaliger Kontrahent freundschaftlich begegnet sein.

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