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Göttingen Netzwerktreffen antirassistischer Bewegungen in Göttingen
Die Region Göttingen Netzwerktreffen antirassistischer Bewegungen in Göttingen
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17:01 04.05.2018
Netzwerktreffen antirassistischer Bewegungen in Göttingen. Quelle: Screenshot
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Göttingen

Ziel solle es nach Veranstalterangaben sein, die „Zusammenarbeit der Bewegungen zu stärken und so neue Perspektiven im Kampf gegen Rassismus und für globale Solidarität und Bewegungsfreiheit auszuleuchten“, heißt es in einer Ankündigung zu dem Treffen. Beteiligt sind unter anderen der Forschungszusammenhang Kritnet (Netzwerk für kritische Migrations- und Grenzregime-Forschung), das Netzwerk „We’ll Come United“, der Zusammenschluss „Solidarity Cities“ und der Gesprächskreis Migration der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

„EU-Grenzregime“ kritisch begleitet

Zahlreiche internationale Aktivisten und Forscher, die den neuerlichen Aufbau des „EU-Grenzregimes“ seit 2015 kritisch begleiteten, haben ihre Teilnahme bestätigt. Darunter etwa Muhammad al-Kashef, Forscher für die ägyptische Initiative für die Rechte von Geflüchteten und Migranten, Marta Stojic vom Institut für Ethnographie in Serbien und Orçun Ulusoy, Gründungsmitglied der türkischen Anwaltsorganisation Mülteci Der. Das Netzwerktreffen solle ein deutliches Signal in Richtung der kontinuierlichen politischen Verschärfung aussenden, die seit 2016 national und auf europäischer Ebene versucht, die Bewegungen der Migration wieder unter Kontrolle zu bekommen, heißt es weiter.

„Widerstand gegen die herrschenden Zustände“

„Diese Zusammenkunft bildet seit Jahrzehnten den ersten Brückenschlag zwischen selbstorganisierten Bewegungen von Geflüchteten und Post-Migrant*innen, Unterstützer*innen und wissenschaftlichen Institutionen“, erläutert die Göttinger Professorin Sabine Hess von Kritnet. Und weiter: „Nach langen Jahren des Nebeneinanders von vielen erfolgreichen Projekten wollen wir jetzt in diesen turbulenten Zeiten zusammenrücken. Denn wir sind viel mehr als wir denken. Dabei sind wir davon überzeugt, dass sowohl die Analyse der Probleme, als auch der Widerstand gegen die herrschenden Zustände transnational sein muss.“

„Das Problem heißt Rassismus“

Der politische Erfolg der AfD scheine derzeit bei vielen dazu zu führen, dass sie ihren politischen Kompass verlören, ergänzte Newroz Duman von We’ll Come United. Viele Organisationen und Politiker tappten offensichtlich im Dunkeln. „Für uns sind die Dinge hingegen klar. Wir sagen: Das Problem in ganz Europa heißt nicht Migration, das Problem heißt Rassismus.“

Eröffnungspodium den Auftakt

Das Netzwerktreffen beginnt am Freitag, 11. Mai, und endet am 13. Mai, im Verfügungsgebäude der Universität, Platz der Göttinger Sieben.

Am Freitagabend bildet ein großes Eröffnungspodium den Auftakt der gemeinsamen Konferenz, die aus verschiedenen Workshops, Theaterperformances und zwei Keynote-Vorträgen mit Ferda Ataman (Neue deutsche Organisationen, Berlin) und Isabella Consolati (Precarious Disconnections, Bologna) besteht und am Sonntagmittag mit einer politischen Versammlung beendet wird. Das gesamte Programm ist online zu finden.

Von Michael Brakemeier

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