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Göttingen Das sind die Pläne für das Gothaer-Areal
Die Region Göttingen Das sind die Pläne für das Gothaer-Areal
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00:27 01.06.2018
Neuer Anlauf: Studentisches Wohnen auf dem ehemaligen Gothaer-Gelände. Quelle: Sauerbruch Hutton
Göttingen

Schon vor einem Jahr hatte die Firma Triton Development das Gelände gekauft. Heute heißt die Firma Base Camp Student GmbH. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt und gehört zur englischen Base Camp Group. Und ihr Geschäftsführer Andreas Junius ist fest entschlossen, das Göttinger Projekt nun tatsächlich umzusetzen. „Wir ziehen das durch“, sagte Junius in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Mit dem städtebaulichen Konzept für das Quartier „Gothaer Park“, das später die Grundlage für den Bebauungsplan liefert, ist das Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton beauftragt. Während eine gewerbliche Nutzung für den nordwestlichen Teil mit seinen Bürogebäuden vorgesehen ist, sieht die künftige Nutzung auf dem weiteren Gelände Wohnungen vor.

Der neue „Gothaer-Park“: Blick vom Süden auf das Gelände zwischen Geismar Landstraße und Wörthstraße. Quelle: Sauerbruch Hutton

Entlang der Geismar Landstraße sind Wohnungen für bis zu 500 Studenten in der Planung – teils in den bestehenden ehemaligen Gothaer-Gebäuden, teils in Neubauten. 20 000 Quadratmeter entstehen dafür. „Es werden sowohl Mini-Appartements als auch Wohngemeinschaften geplant“, erläutert Architektin Sybille Bornefeld. Zudem sehe das Betreiberkonzept Gemeinschaftseinrichtungen für die Studenten vor.

Studentisches Wohnen auf dem ehemaligen Gothaer-Gelände. 500 Studenten sollen hier künftig wohnen. Quelle: Sauerbruch Hutton

Neue Wohnhäuser sollen an Wörth- und Breslauer Straße entstehen. Für den Geschosswohnungsbau sind hier nach Bornefelds Angaben 47 000 Quadratmeter vorgesehen – 37 000 für frei finanziertes Wohnen, rund 10 000 für den geförderten Wohnungsbau. „Der momentane Planungsstand geht noch nicht soweit ins Detail, als dass eine definierte Zahl an Wohneinheiten genannt werden könnte. Im Zusammenhang mit der genannten Anzahl an Bruttogrundfläche ist von 400 bis 450 Wohneinheiten insgesamt auszugehen“, so Bornefeld. Eine Kinderstagesstätte soll ebenfalls entstehen. „Deren Größe ist entsprechend dem Bedarf im Quartier noch festzulegen – die Planung sieht derzeit rund 600 Quadratmeter dafür vor“, sagt Bornefeld.

Im neuen Quartier: Im Zentrum ist Platz für einen Park mit See und Spielplätzen. Quelle: Sauerbruch Hutton

Bei den Gebäudehöhen habe man sich an den vorgefundenen Häusern in der Nachbarschaft orientiert, erläutert Bornefeld. Weiteres Planungsprinzip: Am Rand von Wörth- und Breslauer Straße stehen niedrigere Häuser mit drei bis vier Stockwerken, in der Mitte des Gelände die höheren, die bis zu sieben Stockwerke haben können. Im Zentrum ist Platz für einen Park mit See und Spielplätzen. So jedenfalls sieht es der erste Entwurf zum jetzigen Zeitpunkt vor. Die Freiräume und Grünflächen plant das Berliner Büro Topotek1.

Blick von der Wörthstraße auf das Gelände des künftigen „Gothaer Park“. Quelle: Christina Hinzmann

„Riesige Herausforderung“ für den Radverkehr

Bei der Vorstellung der Planungen mahnte Gerd Nier (Linke) an, dass der derzeitige Anteil von geförderten Wohnungsbau im Vergleich zu anderen aktuellen Neubauvorhaben in Göttingen zu gering sei. Francisco Welter-Schultes (Piraten) sieht bei 500 Studenten eine „riesige Herausforderung“ für den Radverkehr Richtung Uni. Er forderte für die Neubauten zudem eine Dachbegrünung.

Neue Wohnungen für Studenten sollen an der Geismar Landstraße entstehen. Quelle: Christina Hinzmann

Gothaer bleibt als Mieter

Seit Jahren gibt es Pläne, das Areal als Wohngebiet zu entwickeln. Vorbesitzer des Geländes war vor Triton Development eine von Investa Capital Management verwaltete Gesellschaft. Diese hatte das Gelände 2014 von der Frankfurter Immobilienfonds Watermark Asset Management GmbH gekauft. Auf dem Gelände befinden sich den Angaben zufolge mehrere Bürogebäude mit rund 40 000 Quadratmetern Nutzfläche. Hauptmieter ist die Gothaer Versicherung, die 2015 den Mietvertrag langfristig verlängert hatte. Daran werde sich auch nichts ändern, sagte Gothaer-Sprecher Klemens Surmann.

Von Michael Brakemeier

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