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Göttingen Porta-Möbel bald in Grone
Die Region Göttingen Porta-Möbel bald in Grone
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21:13 14.02.2018
Die Entwurfsskizze für den Porta-Möbelmarkt in Grone westlich der A 7. Quelle: r
Grone

„Nach erfolgreichen Gesprächen zwischen dem Grundstückseigentümer der Kurth GmbH und der Porta-Gruppe", erklärt die Firma Kurth, "wurden die vertraglichen Voraussetzungen durch den Grundstückseigentümer, so dass Porta das etwa 35 000 Quadratmeter große Grundstück übernehmen kann." Damit werden die von der Politik und der Stadtverwaltung geforderten Vorgaben für die Verkaufsfläche und die Randsortimente eingehalten.

Mit Rücksicht auf das Innenstadtangebot war die zulässige Verkaufsfläche auf 25000 Quadratmeter und der Anteil des sogenannten Randsortiments, also andere Waren als Möbel, auf zehn Prozent beschränkt worden. Nach Angaben der Kurth AG plant die Porta-Gruppe, für ihren künftigen Markt in Göttingen mindestens 130 neue Mitarbeiter einzustellen.

Politik ist an der Reihe

Ob Göttingen damit tatsächlich einen neuen Möbelmarkt bekommt, hängt nun von den politischen Parteien im Rat der Stadt ab. Am Mittwochabend informierte die Kurth-Gruppe die Ratsfraktionen über die Vereinbarung mit der Porta-Gruppe. Eine endgültige Entscheidung über den Porta-Markt könnte es dann im Herbst diesen Jahres geben.

Das Möbelmarkt-Projekt westlich der A 7 in Höhe Kauf Park hat eine stark politisch geprägte Vorgeschichte. Ursprünglich waren dort Möbelmärkte mit Verkaufsflächen von mehr als 25000 Quadratmetern im Gespräch. Doch der Stadtrat sprach sich mehrheitlich für die Beschränkung aus, um den Innenstadthandel zu schützen, auch durch eine Reduzierung des Anteil des Randsortiments. SPD und Grüne waren dafür. CDU, FDP, Linke und Piraten stimmen gegen den Möbelmarkt. Das Einzelhandelskonzeptes wurde entsprechend geändert.

Vertrag mit XXXL unwirksam

Unter diesen Beschränkungen zeigte die österreichische XXXL-Group, bekannt durch den riesigen roten Stuhl in ihrer Werbung, Interesse am Groner Standort. Nun sollten dort zwei Möbelmärkte der Marken XXXL und Poco entstehen. Doch im August brach die Kurth GmbH die Verhandlungen ab und erklärte den Vertrag für unwirksam. Grund waren negative Berichterstattungen über die Firma XXXL.

„Da werden Betriebsräte behindert, der Kündigungsschutz ausgehebelt und Löhne gedrückt", hieß es zum Beispiel in einem Bericht des ZDF-Fernsehmagazins Frontal 21.

Als Beispiel wurde ein Fall in Oberhausen genannt, bei dem Mitglieder des Betriebsrates gekündigt wurden. Auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) übte scharfe Kritik am XXXL-Konzern. Das Unternehmen, dem das Möbelhaus Rück gehört, wende „zum Himmel stinkende Praktiken" an. „Um den Bestand des Unternehmens und der Arbeitsplätze zu retten, mussten dringend Sanierungsmaßnahmen eingeleitet werden", erklärte XXL damals dazu. "Dazu waren viele schmerzhafte und kostspielige Maßnahmen, darunter auch eine Reduktion des Personalstands, erforderlich."

Porta – 50 Jahren geführte Familienunternehmen

Danach nahm die Kurth AG Gespräche mit anderen Möbelmarktbetreibern auf. Jetzt die Entscheidung für die Porta-Gruppe: Die Firma ist ein seit mehr als 50 Jahren geführtes Familienunternehmen, gegründet von Hermann Gärtner und Wilhelm Fahrenkamp. Jetzt wird das Unternehmen in der nächsten Generation von den Mitinhabern Birgit Gärtner und Achim Fahrenkamp weitergeführt. Porta hat in Deutschland 24 Standorte und gehört bundesweit zu den Top 5 der Möbeleinzelhändler. In Göttingen ist geplant, viele neue Sortimente anzubieten, „die es zurzeit in der Region Südniedersachsen in der Vielfalt und in dem Umfang so nicht gibt", erklärt die Kurth GmbH.

Von Matthias Heinzel

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