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Göttingen Gas zu Strom und Wärme
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00:19 30.09.2017
Der 16-Zylinder-Gasmotor wird angeliefert. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

Im November soll das BHKW den Probebetrieb aufnehmen, im Januar kommenden Jahres den Regelbetrieb. Die Anlage besitzt eine Wärmeleistung von 4,75 Megawatt und eine elektrische Leistung von 4,5 Megawatt. Nach der Fertigstellung wird das BHKW über einen 33 Meter hohen Schornstein verfügen.

Kernstück des Kraftwerks ist ein 16-Zylinder-Motor mit 272 Liter Hubraum, der mit Gas betrieben wird. Der Motor wurde am Mittwochvormittag angeliefert. Ein Schwerlastkran hob das 53 Tonnen schwere Aggregat in das dafür vorgesehene neue Gebäude.

Der Gasmotor produziert Wärme und treibt einen Generator an, der wiederum Strom erzeugt. Die Energieausbeute teilt sich in 46,7 Prozent Wärme und 44,3 Strom auf. Damit liegt der Gesamtwirkungsgrad der Energienutzung bei gut 90 Prozent.

Ab dem Jahr 2018 kann die neue Anlage etwa die Hälfte des im Universitätsklinikum benötigten Stroms produzieren und die Grundlast der Wärmeversorgung des Klinikums abdecken, teilt Klinikumssprecher Stefan Weller mit. Die Wärme wird überwiegend zur Erwärmung des Trinkwassers und für die Raumwärme des zentralen Klinikumsgebäudes genutzt. Unter anderem wegen der hohen Hallen sei der Energiebedarf der vor einem halben Jahrhundert geplanten Gebäude weit höher als in modernen Bauten, erläutert Sebastian Freytag, Wirtschaftsführungsvorstand des Uni-Klinikums.

Gegenüber der bisherigen Energieversorgung bedeutet die Inbetriebnahme des BHKW eine jährliche CO2-Einsparung in Höhe von etwa 6500 Tonnen, erklärt Otto Wilhelm Holzigel, Leiter des Bereichs Energiemanagement in der Gebäudewirtschaft des Klinikums: „Die energieeffiziente Anlagentechnik des BHKW mindert den Verbrauch von Ressourcen, reduziert Umweltbelastungen und Emissionen.“ Ein Katalysator minimiert den technisch bedingten Ausstoß von Stickoxiden und Formaldehyd.

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Das Universitätsklinikum hat ein neues Blockheizkraftwerk hinter der Feuerwache Klinikum gebaut.

Das neue BHKW sei kein isoliertes Element der Energieversorgung des Universitätsklinikums, sondern Teil eines Netzwerks, erläutert Klaus Fricke, Chef des Gebäudemanagements. Dahinter stehe das Konzept, das Uni-Klinikum und die Universität als Einheit mit Energie zu versorgen. „Kern des Energieversorgungskonzeptes ist es, die Energieerzeugung dicht an die Hauptverbraucher zu bringen, um Übertragungsverluste möglichst klein zu halten“, erklärt Rainer Bolli, Leiter des Gebäudemanagements der Universität. Das Konzept sehe vor, „die bisherige zentrale Energieerzeugung im Heizkraftwerk der Universität in der Rudolf-Diesel-Straße perspektivisch mit dezentralen Energieerzeugungsquellen zu ergänzen.“

Vorgesehen ist die Errichtung von vorerst drei Blockheizkraftwerken: neben dem neuen BHKW an der Feuerwache zwei weitere für die Universität in der Goldschmidtstraße und am neuen Rechenzentrum im Burckhardtweg. Bis zum Jahr 2022 soll so die technisch veraltete Gasturbine im Heizkraftwerk der Universität ersetzt werden.

Zahlen, Daten, Fakten zum Blockheizkraftwerk im Überblick

- Gewicht: 53 Tonnen

- Motor: 16 Zylinder in V-Anordnung, 272 Liter Hubraum

- Brennstoff: Erdgas

- Brennstoffbedarf: 10163 Kilowatt

- Wärmeleistung: 4746 Kilowatt

- Elektrische Leistung: 4500 kilowatt

- Wirkungsgrad thermisch: 46,7 Prozent

- Wirkungsgrad elektrisch: 44,3 Prozent

- Schornsteinhöhe: 33 Meter

- Baukosten: 4,67 Millionen Euro

Das Universitätsklinikum hat einen jährlichen Wärme-Energiebedarf von etwa 100000 Megawattstunden. Das entspricht dem Bedarf von mehr als 33000 Privathaushalten. Außerdem verbraucht es jährlich etwa 57000 Megawattstunden Strom. Im Klinikum werden Strom und Wärme zusätzlich zur Kälteproduktion, also für die Klimatisierung, genutzt.

Die Universität benötigt jährlich 67000 Megawattstunden Wärme und 50000 Megawattstunden Strom. Energiekosten des Uniklinikums: etwa 20 Millionen Euro. Energiekosten der Universität: zwölf Millionen Euro.

Von Matthias Heinzel

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