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Göttingen Göttingen ist „nicht mehr so arm wie früher“
Die Region Göttingen Göttingen ist „nicht mehr so arm wie früher“
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11:14 09.01.2019
Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler begrüßt mehrere Hundert Menschen beim Neujahrsempfang in der Lokhalle. Quelle: Heller
Göttingen

Erstmals hat ein Oberbürgermeister die Göttinger zum Neujahrsempfang in der Lokhalle begrüßt. „Darüber freue ich mich sehr”, sagte Rolf-Georg Köhler vor Hunderten Gästen am Dienstagabend. Die Lokhalle, die kürzlich 20-jähriges Bestehen feierte, sei ein Grund für die Freude, der andere die beginnende Sanierung der Stadthalle – in der der Neujahrsempfang in den vergangenen Jahren gefeiert wurde. „Bauhelme auf und ran an den Kachelofen“, so Köhler.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler hat mehrere Hundert Menschen beim Neujahrsempfang in der Lokhalle begrüßt. Dies sind die Eindrücke des Abends.

Göttingen könne endlich wieder investieren, „Göttingen geht es besser”, sagte der Oberbürgermeister in seiner Ansprache. Die Verwaltung habe dem Rat der Stadt einen Haushaltsentwurf für dieses und für nächstes Jahr vorgelegt, der solide aufgestellt sei. Nun könne man wieder Geld in Schulen, soziale Einrichtungen, Sport, Freizeit, Kultur, Radwege und Straßen investieren. Die Stadt sei zwar nicht reich, aber auch „nicht mehr so arm wie früher“. Erstmals in der Haushaltsgeschichte habe man dafür das Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIVP) aufgestellt. Darin werden Investitionsprojekte und deren Kosten bis 2033 aufgelistet. In der Wirtschaft habe sich dieses Instrument als effektiv erwiesen.

82,5 Millionen Euro für zwei Jahre

„Und genau deshalb habe ich es nun auch in der Stadtverwaltung eingeführt”, sagte Köhler. Für Investitionen in den Jahren 2019 und 2020 stehen im Haushalt 82,5 Millionen Euro zur Verfügung. Allerdings sei der Markt im Baubereich „quasi leer gefegt, die Preise galoppieren davon”, so Köhler.

Ihm sei das „soziale Miteinander” besonders wichtig, so der Sozialdemokrat. In allen Teilen der Stadt sollen die unterschiedlichen Menschen „gut und gerne” leben können. Bei Investitionen in Radwege und Straßen sei es allerdings nicht immer zu verhindern, dass der Verkehrsfluss leide, meinte Köhler und nannte das Groner Tor. Diese Baustelle nannte er „eine Operation am offenen Herzen”. Ohne Einschränkungen aber lasse sich ein Projekt dieser Größe eben nicht bewerkstelligen.

Göttingen ist ganz klar eine Fahrradstadt”

Köhler: „In wenigen Monaten können wir die Kreuzung endlich wieder vollständig freigeben.“ Auch der Radschnellweg von Bovenden bis nach Rosdorf – der erste Radschnellweg, der mitten durch eine Stadt führt – komme voran. „Göttingen ist ganz klar eine Fahrradstadt”, so der Oberbürgermeister. Den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen, sei ein Baustein städtischer Klimaschutzmaßnahmen.

Mehrere hundert Menschen kommen zum Neujahrsempfang der Stadt in die Lokhalle. Quelle: Peter Heller

Auch in die Sanierung der Schulen sei Bewegung gekommen, beispielsweise für das Otto-Hahn-Gymnasium und die Lohbergschule. Rund 10,5 Millionen Euro fließen in neue Mensen und Klassenräume. Bis 2023 sollen 36 Millionen Euro in Schulen investiert werden. Eine weitere Herausforderung sei in Göttingen der Wohnungsmarkt. Um teuren Mieten und mangelnden günstigen Wohnungen entgegenzuwirken, habe man das „Bündnis für bezahlbares Wohnen” gegründet. In Göttingen habe man eine Quote für öffentlich geförderten Wohnungsbau eingeführt und bis 2021 rund 3,5 Millionen Euro zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus vorgesehen.

Kritik an den Bürgern

Doch auch Kritik an seinen Bürgern übte das Stadtoberhaupt: Wenn die Bagger im eigenen Umfeld der Göttinger anrollen, kippe die Stimmung häufig. Das Motto „wasch mich, aber mach mich nicht nass” funktioniere im städtischen Miteinander aber nicht, sagte der Oberbürgermeister. Um Herausforderungen zu meistern, bedürfe es vieler engagierter Menschen. Denen dankte Köhler für ihre Arbeit.

Göttinger Initiativpreis der Litfin-Stiftung für Eva-Maria Neher. Quelle: Peter Heller

Eine, die besonders engagiert ist, nämlich Xlab-Leiterin Eva-Maria Neher, erhielt an diesem Abend dafür den Göttinger Initiativpreis der Litfin-Stiftung. Die Laudatio hielt Gerd Litfin.

Von Britta Bielefeld

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