Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Nur wenig mehr Hitze-Patienten
Die Region Göttingen Nur wenig mehr Hitze-Patienten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 03.08.2018
Im Zentrum für ältere Menschen in der Martin-Luther-Straße gibt es im schattigen Innenhof Eis, Melone und viel zu trinken. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen, Göttingen

Temperaturen jenseits der 35 Grad im Schatten machen vielen Menschen zu schaffen. Vor allem denjenigen, die nicht mehr ganz jung und fit sind. Was hilft: Trinken, Trinken, Trinken, im Schatten bleiben und einen Gang runterschalten.

Das ist das Programm, das Sabine Henne mit ihren Bewohnern praktiziert. Sie ist die Pflegedienstleiterin im Zentrum für ältere Menschen in Grone. „Alle Menschen müssen mehr trinken als sonst”, sagt sie. In dem christlichen Haus werden die Bewohner täglich nach dem Gebet daran erinnert. Für die Patienten, die zu wenig trinken, werden Trink-Protokolle geführt. „Wir lüften morgens, wenn es kühl ist, und dann lassen wir in den Zimmern die Rolläden runter”, sagt Henne. Zudem achten ihre Mitarbeiter darauf, dass alle luftige Kleidung tragen. „Manche Senioren wollen ja lieber einen Wollpullover tragen”, sagt Henne und lacht. Ebenso werden warme Decken gegen dünne Laken getauscht. Leichtes Essen und statt Kaffee und Kuchen gibt es mal ein Eis im Freien: So überstehen die Groner Senioren die Sommerhitze. Ansonsten gilt im Zentrum, was auch in südlichen Ländern gilt. Mit einer längeren Siesta am Mittag und weniger Aktivitäten kommen die Senioren gut über den Tag. „Wir hatten hier kaum Schwächeanfälle oder Ähnliches”, sagt Henne. Die Pfleger achten schon vorher darauf, dass sich alle der Hitze anpassen.

In der Hausarztpraxis Rüter in Groß Schneen werden zwar einige Patienten mit Herz-Kreislaufbeschwerden oder anderen Hitze-Problemen behandelt, sagt Luisa Rüter – auch bei Hausbesuchen. Besonders auffällig sei das Aufkommen aber nicht.

Ähnlich im Weender Krankenhaus: „Die aktuelle Wärmeperiode macht sich im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende nur leicht bemerkbar”, so Sprecher Stefan Rampfel. Es seien vermehrt ältere Patienten, die „mit Verdacht auf Exsikkose” eingeliefert werden. Als Exsikkose bezeichnet man die Austrocknung durch Abnahme des Körperwassers. Auch das Pflegepersonal dort achtet bei den warmen Temperaturen darauf, dass die Patienten genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Manchmal sei aber eine Infusion mit einer Kochsalzlösung notwendig. Im Krankenhaus Weende sind alle Patientenzimmer, die in Richtung Süden zeigen, mit Jalousien ausgestattet, die je nach Wetterlage selbstständig aus- und einfahren.

Im Universitätsklinikum, so teilt UMG-Sprecher Stefan Weller mit, sind die Bettenhäuser nicht klimatisiert, wohl aber die Intensivstationen, die Station Holland für die Stammzelltransplantation, der Kreißsaal sowie die OP-Räume der Frauenklinik und der Hautklinik. Die innenliegenden, fensterlosen Räume sind ebenso klimatisiert wie der Zentral-OP und das UBFT-Gebäude. Aufgrund der Hitze wird für das Personal, das beispielsweise mit Bleiwesten arbeiten müsse, die Temperatur noch etwas heruntergeregelt. Im Versorgungsgebäude sind die Küche, die Zentralsterilisation und die Wäscherei klimatisiert. Dort gibt es besonders heiße Arbeitsplätze.

Für die Patienten gilt: „Auf den Stationen stehen immer ausreichend Getränke bereit. Die UMG-Gastronomie muss zurzeit drei Mal die Woche statt bislang üblich zwei Mal die Woche nachliefern”, so Weller weiter. „Die Hitze macht allen, Patienten und Personal, an der UMG zu schaffen”, sagt Weller. Wo es möglich ist, könne in Abstimmung mit den Vorgesetzten „großzügig Gleitzeit” wegen der Hitze genommen werden.

Auch der Rettungsdienst meldet kein besonders hohes Patientenaufkommen wegen der Hitze. In der Rettungsleitstelle für Stadt und Landkreis Göttingen gebe es „den einen oder anderen Patienten mehr, aber keine dramatische Entwicklung”, sagt Frank Gloth. Offenbar haben sich die Menschen in Südniedersachsen auf die Hitze eingestellt.

Von Britta Bielefeld

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Göttinger Schützenvereine organisieren für Sonnabend, 4. August, ihren traditionellen Tag der offenen Tür im Bürgerschützenhaus am Schützenanger. Von 10 bis 18 Uhr haben Interessierte wieder die Möglichkeit die verschiedenen Bereiche des Schießsportes auszuprobieren.

31.07.2018

Geld kann eine ziemlich schwere Last sein. Diese Erfahrung haben zwei Bankräuber gemacht, die Anfang Januar einen Überfall auf eine Sparkassenfiliale in Gittelde (Kreis Göttingen) verübt hatten.

31.07.2018

Mehr als 2000 Unterschriften gegen die Asphaltierung des Wegs am Leinekanal zwischen Jahnstraße und Brauweg hat die Bürgerinitiative Weg am Leinekanal am Dienstag Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) übergeben. Der OB erklärte allerdings, an der bisherigen Planung sei wohl nichts mehr zu rütteln.

03.08.2018