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Göttingen Ärger um Lärm, Dreck und "Döner-Meile"
Die Region Göttingen Ärger um Lärm, Dreck und "Döner-Meile"
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00:18 16.12.2016
Der nördliche Teil der Weender Straße sei mittlerweile als „Dönermeile“ bekannt, schreibt die Interessengemeinschaft in ihrem offenen Brief. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Den Brief veröffentlichte die IG, ein Zusammenschluss aus Geschäftsinhabern, Anwohnern, Kirchengemeinde St. Jacobi und Kulturbüro, am Dienstag. Darin wirft sie die Frage auf, was geschehen muss, um die Stadt zukunftsfähig zu machen. Der IG geht es um folgende Punkte:

Wohnen: Um das Wohnen in der Innenstadt attraktiver zu machen, müsse der Lärm und damit vor allem der Verkehr in der Innenstadt reduziert werden. Zudem müsse mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Außerdem sei „die Wohnsituation für Anwohner durch die Zunahme des öffentlichen Alkoholkonsums (...) unerträglich geworden“. Die wenigen Spielplätze in der City würden „in den Abend- und Nachtstunden zu Drogen- und Alkoholkonsumplätzen und durch Unrat verdreckt“. Daher müsse die Stadt „radikale Änderungen zulassen“ wie weniger Busverkehr und  mehr Polizeikontrollen in den Abend- und Nachtstunden.

Gewerbe: Eine unkontrollierte Ansiedlung von Geschäften könne eine Straße schnell „in ein bestimmtes Milieu kippen lassen“, so die IG. Beispiel dafür sei die nördliche Weender Straße, die mittlerweile als „Dönermeile“ bekannt sei. Die Ansammlung von Kiosken und Imbissen mache die Straße unattraktiv und führe zu einer Verwahrlosung. Die IG schlägt daher eine kontrollierte Ansiedlung von Gastronomiebetrieben und abwechslungsreicherem Einzelhandel vor. Kleine und originelle Gewerbebetriebe und -ideen sollten aktiv gefördert werden – vor allem in den Seitenstraßen. An der Weender Straße hätten „große Ketten die Ladenmieten ins Unrealistische gesteigert“.

Kultur: Bisher, so die IG, „ist die Stadt im Bereich Kunst sehr provinziell aufgestellt“. Es seien aber mehrere Projekte geplant, die eine deutliche Steigerung des Kultur-Tourismus in Göttingen bewirken könnten – vor allem das Kunstquartier und der geplante Bau des Star-Architekten Zumthor sowie die Wissenshäuser der Universität. „Diese Ideen und Projekte gilt es zu fördern, um Göttingen für Kulturinteressierte interessant zu machen.“

Aufenthaltsqualität: Um den Aufenthalt in Göttingen attraktiver zu machen, muss laut IG „der Individual- und Busverkehr“ reduziert werden. Momentan werde die innere von der äußeren Innenstadt durch den Busring abgeschnitten. „Laute Buskolonnen machen die Überquerung der Straße oft schwer und teilweise gefährlich.“ Zudem müsse der „übermäßige Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum“ drastisch reduziert werden. Schade sei auch, dass der mittelalterliche Charakter der Stadt durch die Neugestaltung der Theater-, Groner und Weender Straße verloren gegangen sei.

„Visionen brauchen Mut und Wagnis“, schließt die Interessengemeinschaft ihren Brief. „Wir hoffen, dass wir mit diesem Brief etwas zu langfristigem und nachhaltigem Planen und Handeln beitragen können.“ Für weitere Gespräche stehe sie „selbstverständlich gerne zur Verfügung“.

Der Brief sei auf dem normalen Postweg am Dienstagnachmittag im OB-Büro eingetroffen, sagte Detlef Johannson, Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung, auf Anfrage. „Herr Köhler hat ihn bislang noch nicht einmal lesen können, geschweige denn Zeit gefunden, auf jeden einzelnen Punkt einzugehen.“ Er könne aber versichern, so Johannson, „dass der Verwaltung und dem OB das Wohnen in der Innenstadt genauso am Herzen liegt wie eine gute Aufenthaltsqualität in der City oder die Attraktivität der Innenstadt insgesamt.“ Dies könne man auch im Innenstadtleitbild nachlesen, „das nach einem großen Beteiligungsprozess entstanden ist“. Dem OB sei an der Diskussion über die weitere Entwicklung der Innenstadt sehr gelegen – „mit allen Akteuren, also auch mit der IG Jakobiviertel“.

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