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Göttingen „Göttingen muss kulturell spannender und attraktiver werden“
Die Region Göttingen „Göttingen muss kulturell spannender und attraktiver werden“
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14:51 28.05.2018
Die Baugrube und das Umfeld des zukünftigen Kuquas. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

Ist das Kunstquartier in Göttingen in trockenen Tüchern? Initiiert hat es Verleger Gerhard Steidl, um den Zuschuss aus dem Bundeshaushalt hat sich der Göttinger SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann gekümmert. Jetzt ist eine Finanzierungslücke von einer Million Euro öffentlich geworden, die der Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder schließen will. Oppermann hält das Kuqua-Projekt für unbedingt nötig, damit Göttingen in seiner kulturellen Attraktivität nicht von anderen Großstädten abgehängt wird.

Allgemeine Preisentwicklung im Baugewerbe

Tageblatt: Kunstquartier Göttingen – das Projekt ist längst beschlossene Sache, doch die Kritik daran bleibt. Vor allem, seit in der Baufinanzierung eine Lücke von einer Million Euro öffentlich geworden ist.

Oppermann: Dass die Baupreise weggaloppieren, hat nichts mit den Planungen zum Kuqua zu tun, sondern betrifft die allgemeine Preisentwicklung im Baugewerbe und damit auch andere Bauprojekte. Beim Kuqua geht es um die gesamte Entwicklung eines Innenstadtgebietes und ein ambitioniertes Projekt mit hoher künstlerischer Qualität. Ich fordere die Göttinger Ratspolitiker aller Parteien auf, die Chancen dieses Projektes richtig zu bewerten und nicht leichtfertig zu verspielen.

Warum dieser Nachdruck bei diesem Thema?

Seit Jahren hat es in Göttingen keine wirklich neuen Impulse jenseits der Soziokultur gegeben. Händel-Festspiele, GSO und DT sind auf hohem Niveau fest etabliert. Die letzte große Innovation ist die Gründung des Jungen Theaters im Jahr 1957 gewesen. Jetzt hat Göttingen die außergewöhnliche Chance, gleich drei neue kulturelle Impulse zu setzen, die unsere Stadt auf einen Schlag deutlich interessanter, spannender und attraktiver machen können. Außer für das Kuqua gilt das auch für das Forum Wissen in der Alten Zoologie und die neue Präsentation der Cookschen Sammlung am Theaterplatz nach der jetzt beginnenden Sanierung des Ethnologischen Institutes.

Keinen einzigen Cent

Sind das nicht sehr viele Veränderungen auf einmal? Diese Projekte müssen schließlich auch finanziert werden.

Für den Betrieb des Forum Wissen und die neue Ethnologie muss die Stadt Göttingen keinen einzigen Cent zahlen, denn hier tragen die Kosten ausschließlich die Universität beziehungsweise das Land Niedersachsen. Jede dieser Einrichtungen ist ein Glücksfall. Zusammen werden sie weit über die Grenzen der Stadt ausstrahlen. Göttingen darf sich nicht selbst genug sein, sondern muss neue Möglichkeiten auch nutzen. Es wäre gut, wenn alle Fraktionen in dieser Frage an einem Strang ziehen und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler unterstützen würden, zumal es keine Schlagseite etwa zu Lasten der Soziokultur gibt. Im Gegenteil: Auch das KAZ profitiert durch die anstehende Sanierung des Otfried-Müller-Hauses, die der Bund mit drei Millionen Euro fördert.

Halten Sie diese zusätzliche Strahlkraft tatsächlich für nötig?

Göttingen ist toll, aber es muss weiter an seiner Attraktivität arbeiten, um nicht von anderen Städten abgehängt zu werden. Deshalb ist auch die Entscheidung der Stadt richtig, das NDR-Sound-Check-Festival und die BG Göttingen als echte Publikumsmagneten zu unterstützen. Wir erleben zurzeit eine Renaissance der großen Städte. Davon könnte auch Göttingen profitieren, wenn es kulturell noch attraktiver würde. Junge, kreative oder kaufkräftige Leute gehen allerdings nur dorthin, wo sie es spannend finden. Das gilt zum Beispiel für unsere Nachbarstädte Braunschweig und Kassel, die so interessant geworden sind, dass immer mehr Menschen es vorziehen, dort wohnen zu bleiben und nach Göttingen zu pendeln, wenn sie hier einen Job bekommen. Das müssen wir ändern.

Großzügige Unterstützung

Welche Rolle spielt der Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder bei der Kuqua-Realisierung?

Ihm gebührt Dank für die großzügige Unterstützung. Näders Bereitschaft, die unvorhergesehenen Mehrkosten für das Kuqua auszugleichen, belegt die große Wertschätzung der künstlerischen Qualität, die mit dem Steidl-Projekt verbunden ist. Er hat damit den Zuschuss des Bundes in Höhe von 4,5 Millionen Euro gerettet, den die Stadt sonst hätte zurückgeben müssen. Damit hätte sich Göttingen bundesweit lächerlich gemacht.

Interview: Christoph Oppermann

Kontakt:

E-Mail: c.oppermann@goettinger-tageblatt.de

Facebook: https://www.facebook.com/christoph.oppermann

Twitter: https://twitter.com/tooppermann

Von Christoph Oppermann

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