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Göttingen Organskandal: Frau des Göttinger Chirurgs verliert Doktortitel
Die Region Göttingen Organskandal: Frau des Göttinger Chirurgs verliert Doktortitel
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20:10 25.01.2013
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

Die Betroffene habe gegen diese Entscheidung inzwischen Widerspruch eingelegt. Die in Göttingen praktizierende Zahnmedizinerin soll große Teile ihrer Doktorarbeit aus der Dissertation ihres Ehemannes übernommen haben.

Der Göttinger Leberchirurg sitzt bereits seit zwei Wochen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts des Totschlages in neun Fällen sowie in jeweils einem Fall wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung und der Körperverletzung mit Todesfolge.

Er soll falsche Gesundheitsdaten von Patienten gemeldet und ihnen so bevorzugt zu einer Spenderleber verholfen haben. In zwei Fällen soll er eine Lebertransplantation vorgenommen haben, ohne dass eine entsprechende Indikation vorlag. Die beiden betroffenen Patienten sollen an den Folgen der Transplantation gestorben sein.

Der 45-jährige Transplantationschirurg hatte 2004 bei dem Direktor der Chirurgischen Klinik in Regensburg promoviert. Zwei Jahre später promovierte seine Ehefrau, die Zahnmedizin studiert hat, bei dem gleichen Doktorvater und erwarb damit den Doktorgrad der Zahnmedizin.

Ihre Dissertation befasste sich, wie auch schon die Doktorarbeit ihres Mannes, mit Behandlungsstrategien beim Leberkrebs. Beide Arbeiten, die frappierende Ähnlichkeiten aufweisen, basieren auf den Krankenakten von Leberkrebspatienten, die zwischen Januar 1995 und März 2002 in der Transplantationschirurgie des Göttinger Universitätsklinikums behandelt wurden. In der Literaturliste der Zahnärztin taucht die Arbeit ihres Ehemannes nicht auf.

Die Leitung der Universität Regensburg überprüfe in diesem Zusammenhang auch die Umstände dieses wissenschaftlichen Fehlverhaltens, teilte Hochschulsprecher Alexander Schlaak mit. Nach Abschluss der Überprüfung würden gegebenenfalls „notwendige Schritte eingeleitet“.

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