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Göttingen Mehrheit im Weender Ortsrat gegen Stadtwald unter Naturschutz
Die Region Göttingen Mehrheit im Weender Ortsrat gegen Stadtwald unter Naturschutz
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00:21 01.11.2018
Der Göttinger Stadtwald. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

Zwischen dem Status Landschaftsschutzgebiet (LSG) und Naturschutzgebiet (NSG), teilen die Parteien in einer gemeinsamen Erklärung mit, gebe es „gewaltige Unterschiede: In einem NSG gerät der wirtschaftliche Nutzen gegenüber Naturschutz eindeutig ins Hintertreffen“. Mit anderen Worten: „In einem NSG ist alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist.“ Zwar habe das Land den Kommunen überlassen, den Schutzstatus für die FFH-Flächen festzulegen, dabei sei jedoch zu bedenken, „dass die Kommunen künftig kein Recht mehr dazu haben werden, diesen einmal beschlossenen Schutzstatus herabzustufen oder sonstwie zu ändern“.

Daher appelliert die nicht-grüne Mehrheit im Ortsrat Weende-Deppoldshausen an den Stadtrat, der Empfehlung des Umweltausschusses nicht zu folgen. Vielmehr möge der Rat die ursprünglichen Empfehlung der Verwaltung und die Stellungnahmen des Forstamtes Reinhausen, der Realgemeinden Geismar, Nikolausberg und Weende sowie der Landwirtschaftskammer Niedersachsen annehmen und und die ausgewiesenen Waldflächen unter Landschaftsschutz stellen.

FFH-Konzept nacharbeiten

Sollte das nicht geschehen, fordert die Ortsratsmehrheit, müsse das vorliegende FFH-Konzept nachgearbeitet werden. So müssten die Lebensraumtypen -Kartierungen und -Erhaltungszustände der Begründung und nicht dem Beschlusstext zugeordnet werden, weil sonst statische Festschreibungen und dadurch bedingte dauerhafte Nutzungseinschränkungen drohten. Bauliche Veränderungen an den Wirtschaftsgebäuden, Wegebau und ähnliche Vorhaben müssten weiterhin ohne zusätzliche Genehmigungsverfahren möglich sein. Auch die Befahrbarkeit mit Privatfahrzeugen müsse ohne Sondererlaubnisse gewährleistet bleiben, beispielsweise zu den teils traditionellen – Veranstaltungen der Realgemeinden.

250 Jahre Waldwirtschaft

Die Weender Ortsratsmehrheit fordert Verwaltung und Politik „dringend“ auf, kommende Einwendungen der Realgemeinden im Detail zu prüfen und zu berücksichtigen. Die Göttinger Realgemeinden „als wesentliche Bestandteile der Göttinger Ortsteile“ hätten in den vergangenen 250 Jahren aus ehedem stark ausgebeuteten Wäldern „mit nachhaltiger Bewirtschaftung – meist unter Betreuung der staatlichen Forstämter – nun naturnahe Forste geschaffen, die jetzt von Naturschutzbehörden als äußerst wertvoll und schützenswert klassifiziert werden“. Werde nun der NSG-Status festgesetzt, „wird der Lohn für die jahrhundertelange Arbeit in massiven Nutzungseinschränkungen liegen – nach Berechnungen des Forstamtes Reinhausen mit bis zu 30 Prozent weniger Holzeinschlag.

Es sei nicht einzusehen, so die Ortsratsmehrheit weiter, warum den Realgenossen „mit dem gestreuten gemeinsamen Waldbesitz nun genau daraus ein erheblicher wirtschaftlicher Nachteil entstehen soll“. alderlasse, Ausführungsvorschriften und in Aussicht gestellte finanziellen Ausgleiche für wirtschaftliche Nachteile könnten dies nicht ausgleichen: Sie lägen nicht in der Hand der Kommunen und könnten von EU, Bund und Land jederzeit verändert werden.

Kreisausschuss für Landschaftsschutz

Ende Mai hatte sich der städtische Umweltausschuss sich dafür ausgesprochen, die zusammenhängenden FFH-Waldflächen des Göttinger Stadtwaldes als Naturschutzgebiet auszuweisen. Der Umweltausschuss des Landkreises hatte hingegen vor einigen Tagen mit großer Mehrheit für Landschafts- statt Naturschutz im Göttinger Wald gestimmt.

Die FFH-Flächen im Bereich Stadtwald gehören der Stadt, etlichen Privateigentümern, und außerhalb der Stadtgrenzen den Landesforsten. Die Privatbesitzer sind in verschiedenen Realgemeinden vereint.

Von Matthias Heinzel

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