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Göttingen 180000 Euro für Demokratie
Die Region Göttingen 180000 Euro für Demokratie
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00:18 02.02.2018
Die Band Marilyn’s Cage beim Musik-Festival “Duderstadt rockt bunt”, unterstützt von der Partnerschaft für Demokratie. Quelle: Helge Schneemann
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Göttingen/Osterode

Das Geld wird über das Bundesprojekt „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ zur Verfügung gestellt. Das eröffnet im Kreisgebiet die Möglichkeit, weiterhin engagierte Institutionen finanziell zu unterstützen. „Wir müssen uns auch im Landkreis Göttingen mit Themen wie Ausgrenzung, menschenverachtenden Einstellungen und Populismus auseinandersetzen“, erklärt der Göttinger Kreisrat Marcel Riethig. „Unsere Demokratie lebt von zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich diesen Entwicklungen entgegenstellen und sich für Vielfalt und ein tolerantes Miteinander stark machen.“

Ziel der vielen Partnerschafts-Organisationen in der Bundesrepublik sind unter anderem eine Sensibilisierung für menschenverachtende Einstellungen in der Bevölkerung, eine Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen Rechtsextremismus und Rassismus und die Unterstützung bestehender Netzwerke und Jugendforen mit entsprechender Ausrichtung. Außerdem geht es um den Abbau von Benachteiligungen einzelner Gruppen durch die Schaffung von Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Gewinnung neuer Projektträger. Die „ Partnerschaft für Demokratie“-Organisationen sollen zudem beraten und informieren wie auch einzelne Projekte sinnvoll miteinander vernetzen. Außerdem soll die Öffentlichkeitsarbeit gefördert werden.

In den vergangenen drei Jahren konnten auch in der Region viele Projekte und Initiativen unterstützt werden. Darunter waren zum Beispiel die Musikveranstaltungen „Duderstadt rockt bunt“ und „Rock for Tolerance“ in Hann. Münden. Gefördert wurde auch das Sozialprojekt „Graffiti gegen Menschenfeindlichkeit“ in Diemarden, an dem im vergangenen Jahr unter anderem 18 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 19 Jahren mitwirkten und überregional Beachtung fanden. Dabei entstand an der Wand der Diemardener Turnhalle ein Bild mit beeindruckendem Ausmaß: 45 mal 3,80 Meter. Über Wochen hatten die Teilnehmer zuvor Ideen und Skizzen entworfen, über mögliche symbolische Botschaften diskutiert, sich mit Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Kunst auseinandergesetzt und schließlich während einer Projektwoche das große Graffito mit dem Kunstpädagogen Thomas Deisel an die Wand gebracht.

In einer Konferenz im Dezember vergangenen Jahres, ebenfalls ausgerichtet von der Partnerschaft für Demokratie (PfD) im Landkreis Göttingen, befassten sich Referenten und Teilnehmer unter anderem mit dem Umgang mit salafistischen Radikalisierungsprozessen und mit der Bedeutung von Medien. Außerdem stellte Bernd Lüdke von der Deutschen Angestelltenakademie ein aus Israel stammendes Programm der Demokratie- und Menschenrechtserziehung vor. Die Demokratiekonferenz findet jährlich statt.

Um solche Projekte umsetzen zu können, organisierten die Partnerschaften ein Netzwerk aus regionalen Akteuren, die sich für Vielfalt, Demokratie und Toleranz einsetzen. Den Kern der Partnerschaften bilden Begleitausschüsse aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung wie auch Jugendforen. Diese Gremien entscheiden über die strategische Ausrichtung der Partnerschaften und über die Vergabe von Projektgeldern aus einem „Aktions- und Initiativfonds“ und einem „Jugendfonds“.

Die externen Koordinierungs- und Fachstellen sind erste Ansprechpartner bei Problemlagen Projektideen in den beiden Fördergebieten des Landkreises. Sie sind bei zivilgesellschaftlichen Trägern angesiedelt und bieten inhaltliche und fachliche Beratung bei der Entwicklung, Beantragung und Umsetzung von Projekten. Nach der Entscheidung des Bundesfamilienministeriums zur weiteren Unterstützung können Förderanträge für das Jahr 2018 ab sofort im Rahmen der Partnerschaften gestellt werden.

Von Matthias Heinzel

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