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Patenprojekte der Bürgerstiftung Göttingen kümmern sich um Kinder

Zeit verschenken Patenprojekte der Bürgerstiftung Göttingen kümmern sich um Kinder

„Es macht einfach Spaß, für Jugendliche da zu sein.“ Dass er für die Sache brennt, merkt man Wulf Jäger sofort an. Der Pastor im Ruhestand engagiert sich bei der Bürgerstiftung Göttingen als Mentor im Projekt „Zeit für Jugendliche“.

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Seit sieben Jahren schenkt er Kindern und Jugendlichen Zeit: Wulf Jäger.

Quelle: Vetter

Göttingen. In seinen Erzählungen schwingt große Ernsthaftigkeit gegenüber der Aufgabe als Mentor, aber auch ein gewisser Stolz auf seinen Paten und die „tolle Entwicklung“, die dieser genommen hat, mit.

Jäger, der jetzt seit sieben Jahren bei dem Projekt mitarbeitet, hat sich vor Beginn seines Ruhestandes aktiv nach Möglichkeiten umgeschaut, sich in Göttingen ehrenamtlich zu engagieren — und sich schließlich für das Patenprojekt der Bürgerstiftung entschieden.

„Wir schenken den Paten in erster Linie Zeit. Was sie dann damit anstellen, ist ihre Sache“, erklärt Jäger. Manche Jugendliche würden gerne mit ihren Mentoren Sport machen oder ins Kino gehen. Das Patenkind von Wulf Jäger hingegen will zuallererst reden. Und Jäger kann gut zuhören. „Ich habe früher als Pastor lange den Konfirmandenunterricht betreut und damals schon gemerkt, dass ich gerade zu den eher stillen Kindern einen Draht habe und dass die mir viel erzählen.“

„Jede Patenschaft ist anders“

Zu erzählen gibt es viel. Seien es Probleme in der Schule, Zukunftspläne oder auch mal Ärger in der Familie — Jäger hört zu, kommentiert und gibt Tipps. Dabei helfen, „den Weg zu gehen“, nennt Jäger das. Kurz vor Ende der gemeinsamen Zeit ist sich Jäger sicher, dass sein Patenkind den Weg gegangen ist: „Der hat einen riesigen Schritt gemacht.“

„Jede Patenschaft ist anders“, erklärt eine erwachsene Patin, die sich in dem Projekt „Zeit für ein Kind“ engagiert und aus Rücksicht auf ihr Patenkind lieber anonym bleiben möchte. Das Projekt „Zeit für ein Kind“ richtet sich speziell an Kinder im Grundschulalter. Die Paten spielen mit den Kindern, basteln, machen Ausflüge oder hören einfach nur zu.

„Anfangs hat sie überhaupt nicht gesprochen“, erzählt die Patin. Ihre Patenschaft läuft, unüblich für das Projekt, nun bereits seit elf Jahren, aus dem Kind, das sie anfangs betreute, wurde eine junge Frau. Viel verändert hat sich in der Beziehung der beiden nicht: sie spielen, sie backen. „Manchmal verstehe ich nicht, warum sie die Patenschaft weiter aufrechterhält“, sagt die pensionierte Lehrerin. „Aber das sind so Geheimnisse zwischen Menschen, die begreift man nicht. Da hilft nur Vertrauen zueinander.“

„Besser hätte es nicht laufen können“

Während sie erzählt, greift sie immer wieder zu einem Buch, das auf dem Tisch liegt. Hier hat sie seit Beginn der Patenschaft Notizen zu ihrem Patenkind niedergeschrieben. Anfangs akribisch nach jedem Treffen, später zusammenfassend. Elf Jahre Entwicklung eines Kindes festgehalten auf Papier.

Und eine Entwicklung hat stattgefunden. Das Kind, das aus schwierigen Verhältnissen kommt und anfangs große Probleme in der Schule hatte, strebt jetzt die Fachhochschulreife an. „Während der Patenschaft fragt man sich oft: Bringt das überhaupt was? Aber jetzt zum Ende erkennt man eine Entwicklung. Besser hätte es nicht laufen können.“

Zum Abschluss fügt sie noch an: „Die Kinder brauchen einfach jemanden, der da ist. Der den Mut nicht aufgibt.“ Und genau diese Menschen finden sich in den beiden Projekten der Bürgerstiftung.

Von Benjamin Köster

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