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Göttingen Patricia I. und ihr Gefolge stürmen Göttinger Rathaus und Kreishaus
Die Region Göttingen Patricia I. und ihr Gefolge stürmen Göttinger Rathaus und Kreishaus
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00:17 14.02.2013
Erfolgreiche Machtübernahme: Tanzmariechen Jana Sehnke besetzt den städtischen Regierungstisch – Bürgermeister Gerhardy, Prinzessin Patrizia I., Tanzmariechen Muriel Vernaleken und FDP-Politiker Wolfgang Thielbörger (v.l.) sind närrisch begeistert. Quelle: Vetter
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Göttingen

Mit Gejohle und ihrem weit schallenden Schlachtruf „Helau“ hatten zuvor die Garden der Szültenbürger und Rheintreue das Neue Rathaus und das Kreishaus gestürmt – angeführt von den hohen Ordensträgern beider Karnevalsvereine mit majestätischen Kappen. Später sollte noch die Entmachtung im Klinikum folgen.

Rosenmontag 2013 in Göttingen: Zum ersten Mal werden Stadt und Kreishaus an dem verrücktesten aller närrischen Tage von einer Frau regiert. Und das passt ja auch in die Debatte um Quoten für Aufsichtsräte und Sexismus in Männerrunden mit Machtanspruch. Patricia I. alias Patricia Puhl ist nach vielen Amtsvorgängern aus beiden Karnevals-Häusern die erste Prinzessin, die das Göttinger Narrenvolk regiert.

Souverän, resolut, freundlich und ein wenig frech pariert sie Sprüche der gespielt bedrängten Politik-Fürsten Gerhardy und Reuter. Die bekommen zur Besänftigung wenigstens einen Präsentkorb mit „Jecken-Nahrung“: unter anderem „Rand-eichsfelder“-Mettwurst, frisches Brot und Prinzessinnen-Rolle zum Nachtisch. Ein kleines Päckchen, aber es wird reichen.

Denn zum einen ist ab (Ascher-)Mittwoch schon wieder alles vorbei, und dann beginnt auch noch die Fastenzeit. Zum anderen müssen Gerhardy und Reuter nur mit wenigen teilen – die Teilnehmerzahl der Mitarbeiter aus den Amtsstuben tendiert gegen Null – im Rathaus noch mehr als im Kreishaus.

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Närrisches Treiben herrschte am Rosenmontag im Neuen Rathaus und Kreishaus Göttingen. Patricia I und ihr Gefolge haben von der Verwaltungsleitung den Kreishausschlüssel bekommen und die Macht übernommen.

Sie verpassen die schmissigen Tänze der Garden, stimmungsvollen Tusch-Raketen nach gelungenen Witzen und im Kreishaus auch noch den mitreißenden Schotten-Tanz der „Traumtänzer“-Truppe der Rheintreue. Und sie verpassen eine Machtübernahme mit Polit-Satire.

Gerhardy frotzelt in seiner Büttenrede über verpatzte Großprojekte in Hamburg und Berlin, sieht die künftige niedersächsische Kultusministerin der SPD, Frauke Heiligenstadt aus Northeim, ob ihres Namens als Plagiat und gibt Patricia I. gleich noch einen närrischen Brief für den Landrat mit.

Darin fordert er unter anderem die Goldreserven des Kreises für die Stadt ein und droht bei Verweigerung mit der Kreisfreiheit der Stadt. Reuter pariert bei seinem ersten Narrensturm als neuer Landrat locker und geschickt mit der Feststellung, er habe schon immer gewusst, „dass es zwischen Narretei und Kreisfreiheit keinen Unterschied gibt“.

Ansonsten beuge er sich an diesem Rosenmontag gerne der närrischen Macht. Landrat sei schließlich kein leichter Job, „da bin ich froh, einmal eine kurze Zeit pausieren zu können“.

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