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Göttingen Personal bei Jugendhilfe Südniedersachsen wird abgebaut
Die Region Göttingen Personal bei Jugendhilfe Südniedersachsen wird abgebaut
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00:34 27.05.2018
Die Betreuung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge war eine Riesenaufgabe – ist es aber mittlerweile nicht mehr. Quelle: dpa
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Göttingen/Osterode

Um genau diese Klientel hatte sich die JSN seit der großen Flüchtlingswelle ab 2015 gekümmert. Um eine angemessene Betreuung der jungen Flüchtlinge sicherzustellen, hatte der Landkreis unter dem Dach der JSN zahlreiche Helfer mit verschiedenen Qualifikationen eingestellt. Und hat jetzt Schwierigkeiten, sie wieder loszuwerden.

Problem Arbeitsrecht

Grund seien vor allem arbeitsrechtliche Aspekte, erklärte die Kreisverwaltung am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss. Zunächst habe sich der Betriebsrat quergestellt, erläuterte Kreisrat Marcel Riethig. Dort habe man aber mittlerweile eingesehen, dass der Landkreis nicht massenweise mehrere hundert Leute weiterbeschäftigen könne, deren Arbeit nicht mehr benötigt werde. Es sei jedoch von Beginn an klar gewesen, dass die Betreuung von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen und Asylbewerbern eine zeitlich befristete Aufgabe war.

Also komme es jetzt auf einen angemessenen Sozialausgleich an: So müssten individuelle Umstände der einzelnen Mitarbeiter berücksichtigt werden. Der Landkreis strebe zudem an, die Personalstärke nicht auf einen Schlag, sondern in Wellen abzubauen. Die Kreisverwaltung tue sich mit dem Abbau beim JSN nicht leicht, „schließlich verlieren Leute ihren Arbeitsplatz“, erklärte Riethig. Es sei klar, dass die Reduzierung für den JSN „ein harter Schnitt“ sei. Aber es gehe jetzt darum, die Funktionsfähigkeit des JSN zu erhalten.

„An dieser Stelle verdienen nur Rechtsanwälte“

Jetzt gehe es der Verwaltung um „eine möglichst rechtssichere Aufhebung“ von Arbeitsverträgen. Riethig erwartet eine erhebliche Anzahl juristischer Auseinandersetzungen: „An dieser Stelle verdienen nur Rechtsanwälte.“

Danach lieferte die Kreisverwaltung einen Bericht über den Aus- und Neubau von Familienzentren im Kreisgebiet. Zwölf solcher Zentren gibt es schon. Derzeit laufe das Interessebekundungsverfahren für Kommunen, die ebenfalls ein Familienzentrum einrichten wollen. Das Interesse sei allerdings nicht sonderlich groß.

Zwei oder drei Kategorien

Zurzeit gibt es Überlegungen innerhalb der Kreisverwaltung, wie die einzelnen Zentren aufgestellt sein sollen. Ein Modell sieht eine Zweiteilung von Basiszentren und „Familienzentrum plus“ vor, die letztere Kategorie mit größerer personeller Ausstattung und erweitertem Angebot, das auch auf die umliegenden Orte ausstrahlen soll. Nach dem zweiten Modell soll es drei Kategorien geben. Welches Modell letztlich zur Anwendung komme, sei noch nicht entschieden, erklärte die Kreisverwaltung.

In jedem Fall aber kämen bei der Einstufung Kriterien wie die Armutsquote oder der Migrationsanteil in den einzelnen Standorten zur Anwendung. In Osterode werde in jedem Fall ein „Familienzentrum plus“ entstehen.

Von Matthias Heinzel

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