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Göttingen Peter Töpfer spricht im Göttinger Bullerjahn über seinen Sinneswandel
Die Region Göttingen Peter Töpfer spricht im Göttinger Bullerjahn über seinen Sinneswandel
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20:26 03.06.2014
Hat seine Berufung gefunden: In Göttingen spricht Peter Töpfer über seinen Sinneswandel. Quelle: EF
Göttingen

Am Sonnabend, 7. Juni, spricht Peter Töpfer im Göttinger Bullerjahn über seinen Wandel vom Saulus zum „Paulus von Sankt Pauli“.

Der gelernte Mechaniker und ehemalige Matrose ist ausgesprochen freundlich, spricht ruhig und bedächtig im Dialekt seiner badischen Heimat. Doch freundlich und bedächtig war der heute 67-Jährige nicht immer.

Im Gegenteil: In den 70ern und Anfang der 80er-Jahre war er einer der führenden Köpfe der „Nutella-Bande“ (so genannt, weil zwei Mitglieder Farbige waren), die sich mit Gangs wie dem „Hans-Albers-Platz“ sowie der „GMBH“ (nach den Anfangsbuchstaben der Vornamen ihrer Gründer) blutige Machtkämpfe lieferte.

Ausstieg geschafft

Chinesen-Fritz bekommt, am Tresen der Reeperbahn-Boxkneipe „Ritze“ sitzend, eine Kugel in den Kopf. Waldemar „Neger-Waldi“ Dammer verblutet zuhause vor dem Schreibisch. Und Uwe „King Kong“ Bolm wird in einem Wald bei Norderstedt von einer Schrotflinte der Schädel weggepustet. „Hätte ich nicht vorher den Ausstieg geschafft, wäre auch ich heute tot“, sagt Töpfer nachdenklich, aber bestimmt.

Doch er hat den Ausstieg geschafft. Nach dem Besuch eines Gottesdienstes war der knallharte Zuhälter so überwältigt, das er sich in einen tiefgläubigen Christen verwandelte, sich von seinen Bordellen trennte, einen Möbelladen eröffnete, heiratete. Und er fing an zu predigen.

Bis Ende der 90er in seiner Freizeit, seitdem hauptberuflich. In ganz Europa sei er unterwegs, sagt Töpfer, in Russland, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz.

„Aus dem Milieu herauszukommen, ist unglaublich schwer“, sagt der Sohn einer deutschen Arbeiterin, der seinen Vater, einen französischen Besatzungsoffizier, nie kennengelernt hat. „Es geht im Grunde nur mit Gottes Hilfe – er allein kann dich körperlich und spirituell vom Bösen befreien und dir Erlösung schenken.“

Normales und bürgerliches Leben

Der Vater einer 33-jährigen Tochter lebt heute als alleinstehender Rentner in Bispingen  in der Lüneburger Heide. Ein normales, bürgerliches Leben, wie er betont: „Ich habe meine Ruhe gefunden.“

Allerdings nur seine geistige, denn seine Berufung lässt ihm kaum eine Pause – direkt nach seinem Göttinger Vortrag muss er nach Hannover zum Flughafen. Eine Pfingstler-Konferenz in Südfrankreich wartet auf ihn.

Töpfer hält seinen Vortrag im Rahmen eines Frühstückbüfetts im Restaurant Bullerjahn, Markt 9. Beginn ist am Sonnabend, 7, Juni, um 9 Uhr. Ausrichter ist der Ortsverband Braunschweig des Full Gospel Business Men’s Fellowship International, eine weltweite Vereinigung christlicher Geschäftsleute.

Anmeldung nimmt Rad Jakob unter der Telefonnummer 0 53 41 / 5 92 38 oder per E-Mail an rad.jakob@t-online.de entgegen.

Von Hauke Rudolph

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