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Göttingen Eltern fordern bessere Bedingungen für Kita
Die Region Göttingen Eltern fordern bessere Bedingungen für Kita
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07:48 28.02.2018
Über eine Online-Petition an den Landtag fordern Eltern aus Diemarden bei Göttingen bessere Rahmenbedingungen für eine gute Kita-Betreuung. (Archiv-Foto)  Quelle: dpa
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Göttingen

 Es geht ihnen um eine „kontinuierliche und pädagogisch sinnvolle Betreuung unserer Kinder“ in den Kindertagesstätten, erklären die Initiatoren in der Einleitung zu ihrer Petition. Nur dann könnten Eltern ohne Sorge um die Kinderbetreuung berufstätig sein. Um eine gute Betreuung sicherzustellen, richten sie fünf konkrete Forderungen an das Land.

-> eine Ausbildungsoffensive und Imagekampagne für den Erzieher-Beruf einschließlich Anhebung der Gehälter.

-> mehr Zeit für Leiter und Erzieher in den Kitas für Organisation sowie Vor- und Nachbereitung.

-> eine durchgehende kostenfreie Betreuung in Kitas ohne Elternbeiträge.

-> flexible Öffnungszeiten und Buchungsmodelle auch über die üblichen Kernzeiten hinaus.

-> einen besseren Betreuungsschlüssel mit mehr Erziehern und Betreuungsstunden je Kita-Gruppe und Woche.

Eltern aus Diemarden bei Göttingen haben die landesweite Petition vorbereitet und organisiert. „Wir waren irgendwann verärgert und frustriert, weil in unserer Kita ständig Personal fehlte und eine pädagogisch sinnvolle Arbeit nicht möglich war“, erklärte ihre Sprecherin Andrea Rehfeldt. Schnell habe sich bei Gesprächen aber herausgestellt, dass die Schuld und Verantwortung für Missstände gar nicht bei den Erziehern und dem Kita-Träger, der evangelischen Kirche, liege.

„Die Rahmenbedingungen stimmen einfach nicht“, erklärte Rehfeldt weiter. Unter dem vom Land vorgegebenen Betreungsschlüssel zum Beispiel sei es im Alltag kaum möglich, alle pädagogisch wünschenswerten Aktionen umzusetzen. Und freie Stellen könnten oft nicht besetzt werden, weil es schlicht zu wenig ausgebildete Erzieher gebe. Gemeinsam mit Eltern, Kita-Mitarbeitern und Vertretern des Evangelischen Kita-Verbandes Göttinger Land seien dann die fünf Forderungen für eine Petition erarbeitet worden, ergänzte Rehfeldt.

Sie sind jetzt Bestandteil der ganz offiziell vom Landtag freigeschaltet Petition. Sechs Wochen lang wird sie veröffentlicht und kann von jedem „mitgezeichnet“ werden - die Frist endet am Freitag, 2. März. Kommen bis dahin 5000 Unterstützer zusammen, werden die sogenannten Petenten zu einer Mündlichen Anhörung in den Landtag eingeladen, erklärt eine Sprecherin des Landtages.

Die Petition inklusive Zeichnungs-Portal gibt es hier.

Die Online-Petition

Öffentliche Petitionen über das Online-Portal des Landtages, die auch von anderen mit unterzeichnet werden können, sind seit 1. September 2017 möglich. Sie müssen nach Angaben des Landtages von öffentlichem Interesse sein und „in angemessenem Umfang sachlich dargestellt werden“. Der Landtag ist nicht verpflichtet, sie einzustellen. Nach Ablauf der sechswöchigen Veröffentlichung entscheidet der Petitionsausschuss des Landtages über das weitere Verfahren. Denkbar ist zum Beispiel, dass die Eingabe der Landesregierung mit einem Handlungsvorschlag oder als Material für eine anstehende Entscheidung vorgelegt wird. Rechtsverbindlich sind die Petitionen nicht. Weitere Infos gibt es hier.
 

Von [Ulrich Schuber]

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