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Göttingen Keine Rettungsgasse: Verfahren gegen zehn Lkw-Fahrer
Die Region Göttingen Keine Rettungsgasse: Verfahren gegen zehn Lkw-Fahrer
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07:06 10.10.2018
Ermittler der Autobahnpolizei Göttingen haben Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren gegen zehn Lastwagenfahrer wegen „Nichtbildung der vorgeschriebenen Rettungsgasse“ eingeleitet. Quelle: Christina Hinzmann
Rosdorf/Göttingen

Nach dem Unfall am Freitagmorgen vorvergangener Woche musste die A7 ab dem Dreieck Drammetal für rund sechs Stunden voll gesperrt werden. Die Folge war ein Verkehrschaos rund um Göttingen und auf den Umleitungsstrecken, teilte die Polizei mit.

Gegen 6.05 Uhr meldeten Verkehrsteilnehmer über den Notruf, dass sie im Stau zwischen der Rastanlage Göttingen-Ost und der Unfallstelle einen medizinischen Notfall beobachtet hätten. Demnach sollte der Fahrer eines bulgarischen Sprinters augenscheinlich über dem Steuer zusammengebrochen sein.

Massives Problem für Göttinger Polizisten

„Aufgrund der dringenden Meldung setzte sich sofort ein Streifenwagen vom Autobahndreieck Drammetal aus in Bewegung“, sagte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz am Dienstag. Im Verlauf des Einsatzes hätten die Beamten ein „massives Problem“ gehabt. Gleich mehrere Lastwagen hätten „verbotswidrig auf allen drei Fahrstreifen nebeneinander“ gestanden, so Kaatz. Ab der Raststätte Göttingen-Ost hätten weitere Lkw sogar noch den Standstreifen blockiert.

Die Folge: Der mit Blaulicht und Martinshorn herannahende Streifenwagen konnte den Engpass nicht passieren. Kaatz: „Durchkommen unmöglich.“ Der Fahrer des Einsatzwagens habe keine Alternative gehabt. „Er musste aussteigen, jeden einzelnen der Lkw-Fahrer ansprechen und nochmals auffordern, freie Bahn zu schaffen“, berichtet die Polizeisprecherin.

Rangieren dauert mehrere Minuten

Dieser gesamte Vorgang inklusive Rangieren habe mehrere Minuten gedauert. „Kostbare Zeit, die von den Helfern eigentlich dringend benötigt wurde“, so Kaatz. Die Situation sei von der Polizei fotografiert worden. Das ausgewertete Bildmaterial sei jetzt Grundlage der eingeleiteten Verfahren.

Für die „Nichtbildung der vorschriftsmäßigen Rettungsgasse mit hinzukommender konkreter Behinderung eines Einsatzfahrzeuges der Polizei“ sehe der Bußgeldkatalog ein Bußgeld in Höhe von 240 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot vor, sagte Kaatz. „Darauf müssen sich die zehn Lkw-Fahrer nun einstellen.“

Von Andreas Fuhrmann

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