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Göttingen Falsche Bankmitarbeiter versenden Trojaner
Die Region Göttingen Falsche Bankmitarbeiter versenden Trojaner
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13:45 21.04.2017
Quelle: Thiele/Archiv (Symbolbild)
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Göttingen

Der Anruf kam Anfang April. Eine Stimme am anderen Ende stellte sich als Mitarbeiter der Volksbank vor und erklärte, dass man aus Sicherheitsgründen die App zum Onlinebanking aktualisiert habe, und eine Installation aus Sicherheitsgründen dringend zu empfehlen sei. Es folgte per SMS ein Link zu dem angeblichen Update, das die Geschädigte dann auch installierte. Besonders hinterhältig: Als Absender der SMS wird die Volksbank auf dem Display angezeigt. Diese Information werde jedoch von dem wirklichen Absender durch technische Tricks manipuliert, so die Ermittler.

Passwörter oder andere Daten hatte der Anrufer während des Gespräches nicht abgefragt. "Stattdessen hatte der Betrüger durch die Installation des als Volksbank-Update getarnten Trojaners mit dem Namen Marcher anschließend Zugriff auf das Mobiltelefon der Geschädigten und konnte so auf das mobile Banking und die dafür benötigten mobilen Transaktionsnummern zugreifen", sagt dazu Henning Müller, Cybercrime-Ermittler bei der Göttinger Spezialeinheit Task Force Cybercrime/Digitale Spuren (TFCC/DS).

Noch am selben Tag verschwanden von den Konten der Frau aus dem Landkreis Göttingen insgesamt 2.000 Euro. Zwar sei der Tatausführung genutzte Trojaner bereits bekannt, erläutert Müller. Auch die unangekündigte Zusendung eines Internetlinks per SMS sei ein in der Internetkriminalität durchaus übliches Vorgehen. "In der Kombination mit einem Telefonanruf und des Versands einer SMS während dieses Gespräches ist dieses Phänomen allerdings bislang noch nicht im Bereich Göttingen aufgetreten", ergänzt Müller. Angesichts der aktuell neu aufgetretenen Betrugsmasche raten die Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Göttingen zu besonderer Vorsicht.

Präventionsteam der Polizei rät:

  • Beziehen Sie nur Apps aus vertrauenswürdigen Quellen. Zusätzliche Sicherheit bietet es, die Funktion zum Herunterladen aus unbekannten Quellen in den Sicherheitseinstellungen zu sperren.
  • Sofern der Link geöffnet wurde, führen Sie keine sensiblen Transaktionen mehr übers Smartphone durch. Aktivieren Sie einen Virenscanner und stellen das Gerät auf Werkseinstellungen zurück. Eine vorherige Sicherungskopie ist empfehlenswert. 
  • Banken und deren Mitarbeiter versenden üblicherweise keine SMS mit Internetlinks zu Programmupdates. Bei Anrufen oder Nachrichten ist Misstrauen geboten. Notieren Sie sich die Namen, Rufnummern und die Anrufzeit und vergewissern Sie sich durch einen Rückruf bei ihrer Bank.
  • Wer bereits das Opfer einer derartigen Straftat geworden ist, sollte so schnell wie möglich Strafanzeige bei ihrer nächsten Polizeidienststelle erstatten. Durch eine schnelle Sachverhaltsaufnahme sind die Ermittlungen in diesem Bereich der Kriminalität erfolgversprechender.
  • Aktuelle Nachrichten und Tipps finden sich unter polizei-praevention.de. Hier werden Fragen zeitnah beantwortet.
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