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Göttingen Preisträger verteidigt „Jüdische Stimme“
Die Region Göttingen Preisträger verteidigt „Jüdische Stimme“
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20:00 23.02.2019
Logo Göttinger Friedenspreis. Quelle: r
Göttingen

In die Debatte um den Göttinger Friedenspreis, den in diesem Jahr der Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ erhalten soll, hat sich der Preisträger des Vorjahres eingeschaltet. Redaktion und Vorstand der Zeitschrift „Wissenschaft und Frieden“ zeigen sich bestürzt über den Umgang mit dem designierten Preisträger.

„Aus unserer Sicht gibt es keine stichhaltigen Belege für die Antisemitismusvorwürfe gegen diese Organisation von Jüdinnen und Juden in Deutschland, wie sie etwa vom Zentralrat der Juden in Deutschland nahe gelegt werden“, heißt es in der Erklärung, die Regina Hagen für die Redaktion und Anne Bieschke für den Vorstand von „Wissenschaft und Frieden“ (W&F) unterzeichnet haben. Darin führen sie weiter aus, „ungerechtfertigte Antisemitismusvorwürfe führen nicht nur zu Rissen in der jüdischen Gemeinschaft, sondern auch innerhalb der deutschen Zivilgesellschaft. Sie schwächen die Bekämpfung rechtsextremer Kräfte, die sich den gezielten Antisemitismus und die Diskriminierung von Minderheiten auf die Fahnen geschrieben haben.“

Friedenspreis wird seit 1999 verliehen

Nach Ansicht der W&F-Vertreter ist es problematisch, dass für die Preisverleihung an die Jüdische Stimme Räumlichkeiten, finanzielle Zuschüsse und sonstige Unterstützung entzogen wurden. Das komme, kritisieren die W&F-Vertreter, „praktisch einem Boykott einer jüdischen Organisation durch deutsche Institutionen gleich“.

Die Stiftung Dr. Roland Röhl verleiht den Göttinger Friedenspreis seit 1999. Er soll Konflikt- und Friedensforschung fördern. Die Preisträger wählt eine Jury von drei Mitgliedern aus unter Vorsitz von Andreas Zumach. Dieser ist ebenso wie der Vorsitzende der Stiftung, Hans-Jörg Röhl, gegen die Aussetzung des Preises. Das hatte nach der Kritik an der Preisvergabe der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) gefordert. Köhler für die Stadt Göttingen, Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel und die Sparkasse Göttingen wollen die Preisverleihung 2019 nicht unterstützen. Das teilten die drei institutionellen Unterstützer am Mittwoch mit.

W&F: Vorwürfe unangebracht

Der Streit wurde ausgelöst durch ein Schreiben des Zentralrats der Juden in Deutschland vom 13. Februar an Oberbürgermeister Köhler. Darin forderte Präsident Josef Schuster den Oberbürgermeister auf, sich von der Preisverleihung zu distanzieren. Aus Sicht des Zentralrates unterstützt der Verein „Jüdische Stimme“ die gegen Israel gerichtete Boykottbewegung BDS. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, und FDP-Politiker schlossen sich der Kritik an.

Vorstand und Redaktion von W&F betonen, es werde auf „punktuelle Verbindungen mit der BDS-Bewegung verwiesen, die israelischen Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten entgegentritt“, um die „verdienstvolle Arbeit“ der Jüdischen Stimme zu diskreditieren. Antisemitisvorwürfe gegen die Jüdische Stimme seien unangebracht, so die W&F-Vertreter. Die seit 1983 erscheinende Wissenschaftszeitschrift mit Sitz in Bonn hat die thematischen Schwerpunkte Friedensforschung, Friedenspolitik und Friedensbewegung.

Vortrag von Andreas Zumach

Andreas Zumach, Vorsitzender der Jury des Göttinger Friedenspreises, spricht am Donnerstag, 7. März, über „Israel, Palästina und die Grenzen der Meinungsfreiheit“ in Göttingen. Die Veranstaltung des Göttinger Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern“ beginnt um 19 Uhr in der Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4. Der Journalist Zumach, Jahrgang 1954, erhielt den Göttinger Friedenspreis im Jahr 2009 für seine „Verdienste um die Sensibilisierung einer kritischen Friedensöffentlichkeit“. Er ist in Genf als Korrespondent tätig.

Von Angela Brünjes

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