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Göttingen Schimmelproblem in Flüchtlingsheim
Die Region Göttingen Schimmelproblem in Flüchtlingsheim
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18:49 07.11.2018
Flüchtlingsunterkunft am Schützenanger. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

„Es gibt insbesondere im Bereich der Bäder und Küchen Schäden, aber auch in den Wohnräumen sowie an Außenwänden und Dach. Es handelt sich hauptsächlich um Wasser- beziehungsweise Feuchtschäden“, schildert Verwaltungssprecher Dominik Kimyon das Problem. Bereits im Sozialausschuss hatte Sozialdezernentin Petra Broistedt von Wasser- und Schimmelbildung gesprochen.

Container sind keine Lösung

Bislang hätten, so Kimyon, knapp 40 Menschen die aus Wohncontainern bestehende Unterkunft am Schützenplatz verlassen müssen. Nur 62 Plätze würden derzeit genutzt. Aus Broistedts Sicht mache eine Sanierung aber keinen Sinn. „Eine Containerlösung ist in meinen Augen keine Lösung“, sagte sie im Sozialausschuss.

Die Ursachen für die Schimmel- und Wasserschäden sieht die Verwaltung vor allem bei Baumängeln und der relativ kostengünstigen Konstruktion, erläutert Kimyon. „Sie wurde aufgrund der begrenzten Standzeit der Gebäude gewählt.“ Der Betrieb der Flüchtlingsunterkunft Schützenanger, der in der Verantwortung der Stadt Göttingen liegt, ist nur mit Sondergenehmigung des Landes möglich. Diese laufe aber zum 17. Juli 2021 aus. Rund 3,2 Millionen Euro hat der Bau der Unterkunft, die ursprünglich für rund 200 Bewohner geplant war, gekostet. Im Sommer 2016 zogen die ersten Menschen dort ein. Nun soll sie geschlossen werden.

Ziel sind 200 neue Plätze

Auch die beschlossene Schließung der Unterkunft auf der Siekhöhe im Juni 2019, in der zur Zeit nach Kimyons Angaben 72 Flüchtlinge leben, macht es für die Stadtverwaltung nicht leichter, Ersatzunterkünfte für die Flüchtlinge vom Schützenanger und der Siekhöhe zu finden. „Ziel ist nach wie vor die Neuschaffung von 200 Unterkunftsplätzen“, sagte der SPD-Sozialpolitiker Klaus-Peter Hermann.

In der Flüchtlingsunterkunft Siekhöhe. Quelle: Harald Wenzel

Dazu hat Sozialdezernentin Broistedt eine Projektgruppe gegründet, die geeignete Räume suchen soll. Die Dezernentin arbeite mit einem kleinen, interdisziplinären Team aus Mitarbeitern der Stadtverwaltung, das bei Bedarf den jeweiligen Fachverstand der gesamten Verwaltung hinzuziehen könne, erläutert Kimyon.

Dauerhafte Anlaufeinrichtung

Alternativen zu den bisherigen Unterkünften könnten Ankauf von Belegungsrechten, die Umnutzung von bestehenden Gebäuden etwa Schulen, die Übernahme von Geflüchteten durch den Landkreis oder die Anmietung von Wohnraum auf dem ersten Wohnungsmarkt sein. Den Neubau einer Unterkunft schließt Kimyon aus Zeitgründen aber aus.

Im Sozialausschuss hatte Broistedt betont: „Unser Interesse dient einer dauerhaften Anlaufeinrichtung.“ Möglicherweise in einer künftig leer stehenden Schule. Auch die Fluktuation im ersten Wohnungsmarkt könne eine Chance sein. „ Wir haben berechtigte Hoffnung, das noch hinzubekommen, auch wenn die Schließung der Siekhöhe die Situation nicht einfacher macht“, so die Dezernentin.

Belegungsrechte und Zuweisungsstopp

Inzwischen sei eine Übertragung von 80 Personen aus der städtischen in die Landkreisquote erfolgt, und die Stadt habe von der Städtischen Wohnungsbaugenossenschaft Belegungsrechte für 42 Wohnungen gekauft. Dazu werde auch mit der Wohnungsbaugenossenschaft und der Volksheimstätte verhandelt, so Kimyon. Der Zuweisungsstopp für Flüchtlinge nach Göttingen ist vorerst bis zum 31. Dezember vom Land verlängert worden.

Sachlage „ein bisschen dünn“

Weitere Optionen der Stadt bei alternativen Unterbringungsmöglichkeiten: Unterbringung von Geflüchteten in anderen Landkreisen, Werbekampagne zur Anmietung von Wohnraum, Schaffung von Planungsgrundlagen zum Umbau städtischer Immobilien.

„Wenn das Schulstättenkonzept keine freie Schule abwirft, die Siekhöhe aber zum 30. Juni schließt: Was haben wir denn dann noch?“, fragte der Grünen-Ratsherr Thomas Harms im Sozialausschuss. „Wir brauchen für den Fall der Fälle eine neue Unterkunft, momentan ist die Sachlage ,ein bisschen dünn’“, sagte er.

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Von Michael Brakemeier und Eduard Warda

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