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Göttingen Arbeiten auf dem Bauernhof, Leben im Kloster, Drehen eines Krimis
Die Region Göttingen Arbeiten auf dem Bauernhof, Leben im Kloster, Drehen eines Krimis
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11:00 21.06.2018
Beten und arbeiten: Neun OHG-Schülerinnen lebten eine Woche lang mit ihren Betreuern im Kloster. Quelle: r
Göttingen

„Wir mussten Toiletten putzen, Betten beziehen und den Boden wischen“, erzählt Fannie Rutsch. Neun Tage hat sie mit acht Mitschülerinnen im thüringischen Kloster Volkenroda verbracht. Die Gruppe lebte mit der ökumenischen Jesus-Bruderschaft nach dem Motto „ora et labora“, zu deutsch: „beten und arbeiten“. „Es gab während des Sieben-Stunden-Tags kaum Pausen“, stöhnt Lena Waligora. „Bereits am zweiten Tag war ich richtig kaputt. Alles tat weh“, erinnert sich Rhoda Knötzlele, die Ställe ausgemistet hat und Unkraut rupfte.

Entspannte Gebetszeiten im Kloster Volkenroda

„Obwohl ich gar nicht getauft bin, habe ich mich richtig auf die entspannten Gebetszeiten am Morgen, am Mittag und am Abend gefreut“, bekennt Rutsch. Berührt habe die Gruppe eine Taizé-Andacht, bei der sie viel gesungen hätten. „Wir haben Kerzen für unsere Familie angezündet und Dinge aufgeschrieben, die uns bedrücken“, erzählt sie. Sie hätten alle geweint.

„Abends nach der Arbeit hat sich unsere Gruppe noch in der Kirche getroffen“, erzählt Melina Knauf. Sie hätten zusammen gesungen und Klavier gespielt. Die Jugendreferentin des Klosters habe Rollenspiele mit ihnen gemacht. Das habe sie auch als Gruppe zusammengebracht. Sie besuchten drei verschiedene Klassen. „Trainiert haben wir während der Woche unser Durchhaltevermögen“, sagt Waligora.

Projekte: OHG-Schüler mussten alles selbst organisieren

„Die verschiedenen Schülergruppen mussten ihren Aufenthalt komplett selbst organisieren, sich um Fahrkarten kümmern und Sponsoren zur Finanzierung des Projekts werben“, erzählt Lehrer Christian Kratzin, der die Gruppe betreute. So eine Woche, in der sich die Schüler herausforderten, biete das OHG 2018 im fünften Jahr an. Alle 132 Schüler der fünf achten Klassen hätten mitgemacht. Die Jugendlichen sollten lernen, sich Schwierigkeiten zu stellen und gemeinsam Probleme zu lösen. In einem ersten Schritt würden Projektideen von den Schülern zusammengetragen. Eine Gruppe von Lehrern entscheide dann, was umgesetzt werde.

Kanufahrt auf der Elbe

Zwölf Projekte gab es in diesem Jahr. Acht Schüler ließen sich in Altenheimen von Senioren von früher erzählen. Mit dem Kanu auf der Elbe waren sieben Teenager unterwegs. In Dresden startete die Gruppe. Übernachtet wurde auf Campingplätzen, wo sich die Schüler selbst etwas zu essen kochen mussten.

Ausflug nach Obernjesa

Einige Schüler wanderten. Eine Etappenwanderung zerschlug sich, weil sie sich zu spät um Plätze in Jugendherbergen gekümmert hatten. So machten sie von Göttingen aus Ausflüge zur Plesse, nach Obernjesa und in den Harz. Neun Schüler waren mit dem Fahrrad unterwegs. Ein Junge musste aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aufgeben. Elf Teenager trainierten Kampfsport.

Ein Mädchen schrieb eine 50 Seiten lange Geschichte

Andere arbeiteten auf dem Bauernhof gegen Kost und Logis. Verschiedene Gruppen waren kreativ. So schrieben einige Schüler Geschichten. Ein Mädchen kam auf 50 Seiten. Eine Gruppe drehte einen einstündigen Krimi, bei dem eine Person vom Dach gestürzt wurde. Die Schüler schubsten eine Schaufensterpuppe vom Schuldach. Der herabfallende Körper, der auf den Boden knallte, ließ einige unbeteiligte Beobachter erschreckend zusammenfahren. Zweier- und Dreierteams der Tanzgruppe studierten Choreografien ein. Fünf fertigten eine Skulptur an.

Escape-Room-Rätsel

Auch ein Escape-Room-Rätsel wurde erdacht. Bei diesem Spiel muss eine Gruppe eine Aufgabe lösen, um aus dem Raum zu kommen. „Die Geschichte spielt in einem Zug“, weiß Rutsch. Es gehe um einen Computer-Hacker. Teilnehmer müssten sich viel merken und die richtigen Zahlen kombinieren. „Ich habe es nicht geschafft“, sagt die Schülerin.

Öffentliche Präsentation am Dienstag, 26. Juni

Alle Projekte werden am Dienstag, 26. Juni, um 15 Uhr im Otto-Hahn-Gymnasium, Carl-Zeiss-Straße 6, Mitschülern und Lehrern, Eltern und der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Auch den Krimi gibt es wahrscheinlich zu sehen.

Von Michael Caspar

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