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Göttingen Protest gegen Immobilienriesen
Die Region Göttingen Protest gegen Immobilienriesen
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15:40 09.11.2018
Kundgebung gegen die Vernichtung bezahlbaren Wohnraums: Der Verein Grone, in dem Mieterinnen und Mieter organisiert sind, machen auf Probleme mit Adler Real Estate aufmerksam. Tom Östereich berichtet über den Vermieter Adler Real Estate. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

In Grone besitzt die Adler Real Estate aus Berlin mehr als 1000 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Adler hat für diesen Bestand umfassende Modernisierungen und Erweiterungen angekündigt. Bewohner und Interessenverbände der Mieter befürchten daraus resultierende Mitsteigerungen von knapp 2,60 Euro pro Quadratmeter. Bislang werden in den Adler-Wohnungen gut 5,50 Euro pro Quadratmeter verlangt. Der Mietanstieg, so die Befürchtung, werde viele der derzeitigen Mieter finanziell überfordern und zahlungsschwache Mieter aus den Häusern vertreiben.

Gut 40 Menschen, die meisten von ihnen aus Grone, haben am Donnerstagnachmittag vor dem Neuen Rathaus „gegen die Vernichtung bezahlbaren Wohnraums“ demonstriert. Ihr Protest richtet sich vornehmlich gegen das Immobilienunternehmen Adler.

Hendrik Falkenberg, für die Wählergemeinschaft Göttinger Linke im Groner Ortsrat, kritisierte die Adler Real Estate AG dafür, dass sie keine belastbaren Zahlen über die genaue Höhe der Mieterhöhungen herausgebe. Insbesondere die Absicht des Berliner Immobilienunternehmens, auf zahlreiche Mietshäuser eine weitere Etage in Holzbauweise aufzusetzen, sei ein Problem, so Falkenberg: Weil dadurch die Zahl der Stockwerke auf fünf ansteige, müssten diese Häuser baurechtlich mit einem Fahrstuhl ausgestattet werden – eine hohe Investition. Das wiederum berechtige die Adler Real Estate AG, die Mieten heraufzusetzen, was zu einer erheblichen Mehrbelastung der Mieter führen werde.

Dass auf diese und andere Weisen immer mehr bezahlbarer Wohnraum in Göttingen verschwinde, sei fatal für die Stadt, meinten mehrere Redner. Falkenberg: „Wohnen ist keine Ware, sondern ein Grundbedürfnis.“ Dieser Lebensbereich dürfe nicht der Spekulation unterworfen werden.

Bauausschuss vertagt Abstimmungen

Nach der Demonstration vor dem Neuen Rathaus befasste sich der städtische Bauausschuss mit dem Thema: Er sollte ein Votum über den Abschluss eines städtebaulichen Vertrages der Stadt Göttingen mit der Adler Real Estate AG über die „Wohnbauliche Entwicklung in Grone-Nord und Grone-Süd“ abgeben. Doch zu einer Abstimmung kam es nicht: Der Tagesordnungspunkt wurde ebenso vertagt wie die Abstimmungen über zwei Bebauungspläne für die Bereiche „Ortszentrum am Rehbach“ und „Südlich der B 3“. Dort will die Adler Real Estate ebenfalls ihre Immobilien modernisieren.

Von Matthias Heinzel

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