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Göttingen Angeklagte machen sich mit Bar-Einzahlungen verdächtig
Die Region Göttingen Angeklagte machen sich mit Bar-Einzahlungen verdächtig
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19:16 31.08.2018
Quelle: dpa
Göttingen/Gittelde

Der Prozess um den Banküberfall auf eine Sparkassenfiliale in Gittelde dauert deutlich länger als ursprünglich geplant. Das Landgericht Göttingen hat am Freitag vier weitere Verhandlungstermine angesetzt. Damit wird der Prozess voraussichtlich erst Anfang November zu Ende gehen.

Ursprünglich war die Urteilsverkündung für nächste Woche vorgesehen. Grund für die Verlängerung ist ein Beweisantrag, den die Verteidigung am Freitag stellte. Die Kammer gab diesem Antrag statt.

Anlass für den Beweisantrag waren die Finanzermittlungen der Polizei. Um zu klären, wo das bei dem Banküberfall erbeutete Bargeld geblieben war, hatte die Polizei unter anderem die Geldbewegungen auf den Konten der drei Angeklagten überprüft. Dem zuständigen Ermittler fiel dabei auf, dass knapp drei Wochen nach dem Überfall insgesamt vier Bar-Einzahlungen auf Konten eingegangen waren, für die der 49-jährige Angeklagte aus Bad Oldesloe verfügungsberechtigt gewesen sein soll. Die Einzahlungen seien an einem Geldautomaten in Bad Oldesloe vorgenommen worden, so ein Zeuge am Freitag. Auf den Aufnahmen der Überwachungskamera sei zu sehen gewesen, dass zwei Frauen die Einzahlungen vorgenommen hätten.

Ehefrau im Zeugenstand

Weitere Ermittlungen zur Identität der Einzahlerinnen und zur Herkunft des Geldes hatte die Polizei nicht vorgenommen. Der Verteidiger des 49-Jährigen beantragte deshalb, die Ehefrau des Angeklagten sowie eine weitere Zeugin zu vernehmen. Diese würden aussagen, dass das Geld aus anderen Quellen und nicht aus dem Banküberfall stamme. Diesem Antrag gab die Kammer statt.

Zuvor verlas der Vorsitzende Richter mehrere SMS-Mitteilungen. Demnach hatte sein Vermieter dem 49-Jährigen mit fristloser Kündigung gedroht, weil dieser im Oktober und November keine Miete gezahlt hatte. Am 2. Januar schrieb der Angeklagte seinem Vermieter, dass er das Geld bis zum 9. Januar überweisen werde. Am 5. Januar fand der Banküberfall statt.

Verräterische Whatsapp-Mitteilungen

Einige Tage zuvor hatten sich alle drei Angeklagten offenbar in Eisenach getroffen. Das geht aus Whatsapp-Mitteilungen zwischen dem 49-Jährigen und dem 61-jährigen Mitangeklagten aus Hanau hervor. Beide Angeklagte kennen sich bereits seit vielen Jahren. 2001 hatten sie schon einmal gemeinsam einen Raubüberfall in Hanau verübt. Auch der Dritte im Bunde, ein 44-jähriger aus Eisenach, ist eine Knast-Bekanntschaft des 49-Jährigen.

Der 44-Jährige hat ebenfalls ein nicht unerhebliches Vorstrafenregister vorzuweisen und unter anderem auch schon wegen eines Banküberfalls in Haft gesessen. Das Landgericht Kassel verurteilte ihn 1998 wegen eines Überfalls auf eine Sparkassenfiliale in nordhessischen Velmeden zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Die vor 20 Jahren begangene Tat weist einige Parallelen zu dem Überfall in Gittelde auf: Auch damals war eine kleine Sparkassenfiliale in der Provinz der Tatort, auch damals wurde ein Angestellter mit einer Spielzeugpistole bedroht. Die Täter waren zu ihrem Fluchtauto gelaufen. Ähnlich wie in Gittelde hatten auch hier Zeugen das Kennzeichen notiert und die Polizei verständigt. In Gittelde war die Beute geringer, sie betrug lediglich rund 2500 Euro.

Von Markus Scharf

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