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Göttingen Abzocke mit gehackten Daten
Die Region Göttingen Abzocke mit gehackten Daten
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17:00 06.10.2017
Prozessauftakt: Vor dem Amtsgericht Göttingen steht ein 24.Jähriger, der mit betrügerischen Internet-Geschäften rund 37.000 Euro ergaunert haben soll. Quelle: dpa
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Göttingen

Die Staatsanwaltschaft hat einen 24-jährigen Mann aus Göttingen wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung, gewerbsmäßigen Betruges, Fälschung beweiserheblicher Daten und Verschaffens falscher amtlicher Ausweise angeklagt. Der 24-Jährige soll mit unterschiedlichen Methoden betrügerische Internet-Geschäfte abgewickelt und dabei rund 37.000 Euro ergaunert haben. Um anonym zu bleiben, soll er gefälschte Ausweise und Meldebescheinigungen sowie „gehackte“ Daten von Kreditkarten- und eBay-Konten-Besitzern verwendet haben. Insgesamt wirft ihm die Staatsanwaltschaft 29 Straftaten vor.

Laut Anklage hatte der 24-Jährige ab September vergangenen Jahres bei verschiedenen Banken in Göttingen unter falschem Namen mehrere Girokonten eingerichtet, die er für seine Betrügereien nutzte. Bei der Kontoeröffnung habe er jeweils einen gefälschten österreichischen Ausweis und eine gefälschte Meldebescheinigung vorgelegt. Später soll er unter einem dieser Alias-Namen im Internet über eBay-Kleinanzeigen Grafikkarten für 550 Euro angeboten haben, die gar nicht existierten. Mehrere Interessenten überwiesen ihm die Kaufsumme, die bestellte Ware wurde aber nie geliefert.

Angeklagter besorgte Daten aus dem Darknet

Außerdem soll sich der Angeklagte im so genannten Darknet Benutzerdaten und Passwörter von eBay-Konten verschafft und dann unter dem Namen der Kontoinhaber diverse Waren angeboten haben, unter anderem Gitarrenverstärker, Quadrocopter, Metalldetektoren und Keyboards. Interessenten, die sich bei ihm meldeten, teilte er dann mit, dass sie den Kaufpreis auf ein anderes Konto überweisen sollten, als bei eBay angegeben war. Auf diese Weise sollte das Geld auf eines seiner „Alias“-Konten fließen und nicht auf das Konto des „gehackten“ Ebay-Verkäufers.

Daneben soll der Angeklagte noch weitere Betrugsmaschen angewandt haben. So habe er im Internet einen „Fake“-Shop betrieben, in dem er diverse Elektronikartikel anbot, die gar nicht existierten, unter anderem Mischpulte, Keyboards und ein Profi-DJ-Desk. Außerdem soll er mit illegal beschafften Kreditkartendaten Kleidung und Küchenartikel bestellt haben. Um die Waren in Empfang nehmen zu können, legte er gefälschte Abholungsvollmachten vor.

Spezialeinheit ermittelte mehrere Monate

Die Göttinger Spezialeinheit „Task Force Cybercrime/Digitale Spuren“ hatte mehrere Monate lang intensiv in dem Fall ermittelt. Den Fahndern gelang es dann, den mutmaßlichen Serienbetrüger zu identifizieren. Anfang April nahmen die Beamten den 24-Jährigen vor seiner Wohnung im Göttinger Stadtgebiet fest. Seitdem sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei neben gefälschten österreichischen Ausweisen noch diverse andere gefälschte Dokumente, unter anderem einen litauischen Führerschein, drei italienische Ausweise und einen tschechischen Ausweis. Den Ermittlungen zufolge soll er sich einige dieser gefälschten Dokumente in einem Untergrundforum besorgt haben. Ferner stellten die Fahnder 1600 Euro Bargeld sowie zahlreiche Laptops, Smartphones, Speicherkarten und USB-Sticks sicher. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 24-Jährige mit den illegalen Geschäften seinen Lebensunterhalt finanzierte. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

Von Heidi Niemann

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