Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Staatsanwaltschaft sieht versuchten Mord aus Eifersucht
Die Region Göttingen Staatsanwaltschaft sieht versuchten Mord aus Eifersucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:07 14.03.2018
Vermutliche Beziehungstat am „Kauf Park“, Mann verletzt Frau mit Messer. Die polizeiliche Ermittlungsarbeit bei der Spurensicherung. Quelle: Christoph Mischke
Göttingen

Ein halbes Jahr nach einer Messerattacke auf eine 22-jährige Frau am Einkaufszentrum „Kauf Park“ in Göttingen hat am Dienstag vor dem Landgericht der Prozess gegen ihren Ex-Freund begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24-Jährigen versuchten Mord sowie zahlreiche weitere Gewaltdelikte vor.

Laut Anklage soll er seine einstige Lebensgefährtin während ihrer rund ein Jahr dauernden Beziehung vielfach vergewaltigt und körperlich misshandelt haben. Kurz nachdem sie sich von ihm getrennt hatte, habe er sie mit einem Messer attackiert. Die 22-Jährige erlitt bei dem Angriff schwere Schädel- und Hirnverletzungen und musste im Uni-Klinikum operiert werden. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte einen möglichen Tod des Opfers billigend in Kauf genommen.

Der Angeklagte machte zum Prozessbeginn keine Angaben zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 24-Jährige hochgradig eifersüchtig gewesen war und nicht akzeptieren wollte, dass sie sich von ihm getrennt hatte. Schon vor der Messerattacke sei er gegenüber der 22-Jährigen, mit der er seit Juli 2016 eine Beziehung geführt habe, immer wieder gewalttätig geworden. So habe er sie zwischen dem Winter 2016 und Juni 2017 insgesamt 19-mal vergewaltigt und misshandelt.

Mit einem Handykabel gewürgt

Bei einem weiteren Vorfall im April vergangenen Jahres habe er seiner damaligen Lebensgefährtin im Verlauf eines Streits in den Oberschenkel gebissen, so dass sie ein großes Hämatom erlitt. Einen Tag später habe er sie so heftig mit einem Handykabel gewürgt, dass sie keine Luft mehr bekommen habe und in Panik geraten sei. Als sie sich daraufhin im Badezimmer verbarrikadierte, habe er die Tür eingetreten und sie durch die Öffnung aus dem Bad herausgezogen. Die 22-Jährige habe dabei eine Schnittwunde am Knie und eine Schürfwunde am Knöchel erlitten. Anschließend habe er ihr mehrfach auf den Kopf geschlagen.

Als die 22-Jährige sich schließlich von ihm getrennt hatte, habe er sie einige Tage später nach mehreren Telefonanrufen beim Einkaufen aufgesucht, heißt es in der Anklage. Er habe sie in den Arm genommen, geküsst, sei mit ihr zum Auto gegangen und habe sie dann in eine Einfahrt hinter dem Einkaufszentrum gezogen. Als die 22-Jährige schrie, dass sie das nicht wolle, habe er sie wieder geküsst und gesagt, dass es ihm leid tue und er doch gar nichts mache. Er habe gefragt, ob sie sich wiedersehen würden, was sie aus Angst bejaht habe. Der Angeklagte habe daraufhin gesagt, dass er ihr nicht glaube und die Trennung nicht akzeptiere.

Faustschlag ins Gesicht

Als die 22-Jährige schließlich gehen wollte, eskalierte die Gewalt. Laut Anklage versetzte der 24-Jährige ihr einen Faustschlag ins Gesicht, so dass sie zu Boden ging. Mit den Worten „Wenn ich dich nicht haben kann, dann kann dich keiner haben!“ habe er dann ein Klappmesser gezogen und ihr im Nackenbereich in den Kopf gestochen. Er habe dann versucht, das Messer wieder herauszuziehen. Dies sei ihm erst gelungen, nachdem er sich mit seinem Fuß auf ihrem Kopf abgestützt habe. Danach habe er erneut massiv zugestochen und ihr eine weitere fünf Zentimeter tiefe Stichwunde in die linke Flanke unterhalb der Brust zugefügt.

Der 24-Jährige war nach der Messerattacke zu Fuß geflohen und hatte sich drei Wochen später der Justiz gestellt. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem bereits einschlägig vorbestraften 24-Jährigen ferner vor, im März vergangenen Jahres mit einem Kumpanen an seinem Wohnort in Rosdorf einen betrunkenen Mann mit Fäusten zu Boden geschlagen zu haben. Anschließend hätten sie ihn weiter geschlagen und getreten. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Von Heidi Niemann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rund 1177 Euro sind beim gemeinsamen Weihnachtmarkt des Carnivor-Shops und der Fahrradgarage Gleichen in Göttingen zusammen gekommen. Diese Summe haben die Geschäftsinhaber jetzt an die Arche Göttingen übergeben. Das Team der Arche bietet kostenlose Freizeitgestaltung für Kinder an.

16.03.2018
Göttingen Kulturpreis des Landkreises Göttingen - Wettbewerb: Fotos zum Thema „Wohnen im Landkreis“

Der Kulturpreis des Landkreises wird in diesem Jahr für Fotografien vergeben. Das Thema lautet „Wohnen im Landkreis“.

16.03.2018

Zum ersten Mal veranstaltet die zentrale Einrichtung Hochschulsport der Universität Göttingen einen Tag der Rückengesundheit. Am Donnerstag, 15. März, haben die Mitarbeiter der Universität und die Studierenden die Gelegenheit, sich von 16 bis 20 Uhr zu dem Thema zu informieren.

13.03.2018