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Göttingen Prozess um Raubüberfall auf Spielhalle
Die Region Göttingen Prozess um Raubüberfall auf Spielhalle
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20:21 09.05.2017
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

Anschließend soll er mit dem Fluchtauto in hohem Tempo in Richtung Bovenden gefahren sein und dort den Pkw eines anderen Autofahrers gerammt haben. Dieser wurde bei dem Unfall erheblich verletzt. Der 29-Jährige muss sich deshalb wegen schwerer räuberischer Erpressung, Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Körperverletzung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten Entfernens vom Unfallort verantworten. Am Dienstag ging es um einen weiteren Vorwurf: Er soll wiederholt gewalttätig gegenüber seiner Ehefrau geworden sein.

Gewalt gegen die Ehefrau

Die Ehefrau hatte sich im vergangenen Frühjahr von ihm getrennt. Acht Jahre seien sie zusammen gewesen, nach drei Jahren hätten sie geheiratet, berichtete sie. In dieser Zeit sei es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Doch erst im vergangenen Sommer habe sie sich getraut, bei der Polizei gegen ihren Mann auszusagen. Einer dieser mutmaßlichen Fälle von häuslicher Gewalt soll während ihrer zweiten Schwangerschaft stattgefunden haben.

Sie habe ihn damals zur Rede gestellt, weil er die ganze Nacht nicht nach Hause gekommen war, berichtete sie. Er habe daraufhin „Halt die Schnauze“ gesagt und ihr mit den Fäusten ins Gesicht geschlagen. Später habe er sie mit dem Kopf gegen den Metall-Türrahmen geschlagen. Sie sei dann mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gekommen, wo die Mediziner unter anderem eine Schädelprellung diagnostizierten. Sie habe damals angegeben, dass sie sich die Verletzungen bei einem Sturz zugezogen habe, berichtete die Zeugin. Damals habe sie auch deshalb nicht den Mut gehabt, ihren Mann anzuzeigen, weil dieser zu der Zeit unter Bewährung gestanden habe.

Der zweite Vorfall soll sich kurz nach der Trennung abgespielt haben. Sie hätten sich gestritten, weil ihr Mann ihren Sohn mitnehmen wollte, berichtete die Noch-Ehefrau, die mittlerweile die Scheidung eingereicht hat. Er habe sie zunächst geschlagen und an den Haaren gezogen. Später habe er sich am Türrahmen festgehalten und ihr mit dem Schuh ins Gesicht getreten.

Falsche Freunde, kein Schulabschluss

Der Verteidiger des 29-Jährigen erklärte, dass sein Mandant den Fußtritt und die Schläge einräume. Allerdings habe auch die Ehefrau ihren Mann geschlagen. Diese gab unumwunden zu, ihren Mann schon mal geohrfeigt zu haben. „Er ist eigentlich kein schlechter Mensch, aber er hat falsche Freunde“, sagte sie. Der Angeklagte ist bereits seit dem 15. Lebensjahr immer wieder straffällig geworden. Nach Angaben seines Bewährungshelfers hat er keinen Schulabschluss und ist Analphabet. Die Beziehung zu seiner Ehefrau sei für ihn auch eine Möglichkeit gewesen, um das Lesen und Schreiben „herumzukommen“. Der Prozess wird Ende Mai fortgesetzt.

Von Heidi Niemann

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