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Göttingen Prüfte Professor die eigene Frau?
Die Region Göttingen Prüfte Professor die eigene Frau?
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19:43 30.10.2009
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In dieser Woche verhandelte das Arbeitsgericht die Kündigungsschutzklage eines Uni-Professors. Er war fristgerecht innerhalb seiner Probezeit gekündigt worden. Die Gründe dafür wurden nicht erörtert. Diese „Wäschetrommel“ bleibe zu, sagt der Anwalt. Vorerst ging es darum, ob die im Arbeitsvertrag stehende sechsmonatige Probezeit überhaupt rechtmäßig vereinbart wurde und ob die Kündigung „willkürfrei“ gewesen ist oder gar ein „Treueverstoß oder sittenwidrig“ war, wie der Anwalt des Professors meint. Tatsächlich war über die Probezeit verhandelt worden. Sie war seinerzeit als Formalie bezeichnet, letztlich aber doch schriftlich vereinbart worden.

Für den Mann steht viel auf dem Spiel: seine akademische Laufbahn. Keine Uni-Klinik würde ihn nehmen, müsste er sich aus gekündigter Stellung bewerben. Jetzt will man sich darüber einigen, ob der Vertrag nicht als befristet gelten soll, damit sich der Hochschullehrer aus renommierter Position wegbewerben kann.

Rückendeckung von Kollegen

Zum Grund der Kündigung sagt die Uni-Pressestelle auf Anfrage mit Hinweis auf die Einigungsgespräche nichts. Weil die Kündigung des geschätzten Kollegen aber Professoren wie Studierende „geschockt und empört“ habe, so einer der zahlreichen Zuhörer im Prozess, ist die Geschichte längst rund. Der Klinikums-Leitung geht es um Grundsätzliches: die Ethik der Lehre. Der Professor soll zum einen an einer Prüfung mitgewirkt haben, die seine Frau abzulegen hatte. Als sie durchfiel, soll er selbst die Modalitäten dafür geändert haben und auch bei der Nachprüfung wieder anwesend gewesen sein.

Direkt befragt, lässt er seinen Anwalt sagen: „Wir wissen nicht, warum die Uni mit Professor X nicht mehr zusammenarbeiten will.“ Die Frage, ob er an beiden Prüfungen seiner Frau beteiligt war, beantwortet er mit: „Das ist falsch.“ Sein Anwalt öffnet die „Wäschetrommel“ dann doch einen winzigen Spalt: „Kurze Anwesenheit in einem Raum mit 50 geprüften Studierenden – und das nur einmal.“ Sollte das der Uni für eine Kündigung reichen? Wenn es darauf ankomme, wolle man beweisen, dass alles sauber gelaufen sei. Nur wenn doch schmutzige Wäsche gewaschen werden soll, wird man sich vor Gericht wiedersehen.

Von Jürgen Gückel

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