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Göttingen Quecksilber-Fall: Haben sich auch Gäste vergiftet?
Die Region Göttingen Quecksilber-Fall: Haben sich auch Gäste vergiftet?
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00:33 27.03.2015
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Göttingen/Bovenden

Die Ermittlungsbehörde hat sich inzwischen dahingehend korrigiert, dass der Tatort nicht in einem Göttinger Stadtteil, sondern in einem Dorf des Fleckens Bovenden liegt.

Das Einfamilienhaus, in dem der 43 Jahre alte Verdächtige an verschiedenen Stellen giftiges Quecksilber ausgebracht haben soll, damit dieses bei Erhitzen verdampft und so schleichend seine Ehefrau vergiftet, bleibt unterdessen unbewohnbar. Da es beiden Eheleuten gemeinsam gehört, werden sich der in Untersuchungshaft sitzende mutmaßliche Täter und sein Opfer einigen müssen, ob das Gebäude abgerissen wird, oder ob eine kostspielige Sanierung finanziert wird.

Nach Tageblatt-Informationen sind Behörden dabei offiziell nicht beteiligt. Weder sei das Gesundheitsamt in den Fall involviert, heißt es seitens der Stadt Göttingen, noch gebe es bauordnungsrechtliche Anweisungen, erklärt eine Sprecherin des Landkreises. Laut Staatsanwaltschaft ist das Haus auch nicht beschlagnahmt worden. Dem Opfer sei aber klar, das es nicht mehr betreten werden dürfe. Gutachten zu einer möglichen Sanierung würden eingeholt.
Unterdessen laufen bei der Staatsanwaltschaft weiter Ermittlungen, ob möglicherweise auch Dritte geschädigt wurden.

Es sei nicht ausgeschlossen, dass Gäste der schwer erkrankten Frau in der fraglichen Zeit von Juli 2014 bis zur Entdeckung Mitte Dezember in dem Haus zu Gast waren und ebenfalls durch Quecksilberdämpfe oder durch mit Bleiacetat vergifteten Wein geschädigt wurden. Auch sei ein Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben, das die gesundheitlichen Schäden des Opfers überprüfen soll. Es gehe darum zu ermitteln, welche der gesundheitlichen Probleme Folge der Vergiftung mit Blei und Quecksilber sind.

Die geschädigte Ehefrau wird durch eine Rechtsanwätin vertreten und will im Falle eines Prozesses als Nebenklägerin auftreten. Sie will sich aber vorerst öffentlich nicht äußern. Der Verteidiger des Verdächtigen, Rechtsanwalt Karl-Heinz Mügge, erklärt lediglich, die Vorwürfe aus dem Haftbefehl  heimtückischer Mordversuch - würden „bestritten“. Man wolle sich in dem laufenden Verfahren weiter nicht äußern. Bekannt wurde am Dienstag, dass im Zusammenhang mit dem Mordversuch auch die neue Wohnung des Verdächtigen, ein Appartment in Kassel, nach Beweismaterial und Hinweisen zum Bezug der giftigen Schwermetalle durchsucht wurden.

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