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Göttingen Raben-Laden schließt nach über 30 Jahren
Die Region Göttingen Raben-Laden schließt nach über 30 Jahren
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00:27 20.05.2018
Kreatives und besonderes Spielzeug für zwei Generationen: Nach über 30 Jahren schließt Ingelore Rabe ihren Raben-Laden. Quelle: Christoph Mischke
Göttingen

„Ende Juni soll endgültig Schluss sein“, sagt Rabe und bittet ihre Kunden, noch vorhandene Gutscheine bis zum 30. Juni einzulösen. Einen Großteil der Waren bietet sie bis zur Schließung zu reduzierten Preisen an. Eigentlich wollte sie schon im vergangenen Jahr aufhören, aber da sei sie noch nicht sicher gewesen, ob es vielleicht eine Nachfolge in der Familie geben könnte. „Ich höre jetzt auf, weil ich alt bin“, sagt die 77-Jährige lachend, „und ich fühle mich gut dabei, denn für alles gibt es seine Zeit.“ Kreative Menschen wie sie hätten sowieso niemals Langeweile, sagt Rabe. Die Kunden empfänden das allerdings ganz anders. Sie zeigten einerseits viel Verständnis für Rabes Entscheidung, sähen auf der anderen Seite aber auch den großen Verlust, den die Schließung bedeutet.

Viele Kunden sind traurig

„Ich weiß noch, wie Sie vor 30 Jahren, damals in der Mauerstraße, die völlig abgewetzten Hände der Lieblingspuppe meiner Tochter wieder repariert haben“, erinnert sich eine Göttingerin im Gespräch mit Rabe. „Es ist so schön, dass es Sie gibt.“ Die Kundin bedauere, dass das Geschäft gerade jetzt schließt, wo sie Enkelkinder hat. Viele Kunden seien sehr traurig, berichtet Rabe. Sie hätten es nicht fassen können. Einigen ging die Schließung des Raben-Ladens so nahe, dass ihnen die Tränen gekommen seien. Für sie und die anderen hält Rabe ein kleines Trostpflaster bereit. „Ich möchte meinen Online-Shop gerne noch eine Weile weiterbetreiben“, sagt sie.

Sicher und schadstoffrei

„Ich war schon immer ein positiver und spontaner Mensch“, sagt die Inhaberin, „und ich habe für die Kunden das gekauft, was ich für gut und besonders hielt.“ Sicher habe das Spielzeug sein müssen und schadstofffrei. Darauf habe sie schon geachtet, als die Menschen noch nicht so informiert waren wie heute. Firmen wie Haba, Brio, Sigikid, Käthe Kruse und Steiff habe sie schon von Beginn an geführt, weil sie von der Qualität schlichtweg überzeugt war. „Die Qualität des Spielzeugs soll die Kreativität fördern und ist somit entscheidend für die Prägung des Menschen“, sagt Rabe.

Wenn die Kunden das Richtige für ihre Kleinen gefunden hatten, habe sie sich immer mit gefreut, erzählt sie mit strahlenden Augen. „Reich kann man mit so einem Laden nicht werden“, sagt sie. „Aber es steckt unendlich viel Herzblut darin.“ Das gelte auch für ihre langjährigen Mitarbeiter. „Ich hatte immer engagierte und kreative Mitstreiter an meiner Seite“, sagt Rabe. In den vergangenen zehn Jahren wurde sie auch von Ehemann Peter unterstützt. Der 83-Jährige hilft seiner Frau im Geschäft, wo er nur kann. „Nach vielen Jahren in der Landwirtschaft macht mir das so richtig Spaß“, sagt er.

Von Christoph Mischke

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