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Göttingen Zahlreiche Übergriffe: So stören Radfahrer Landwirte auf dem Helleweg
Die Region Göttingen Zahlreiche Übergriffe: So stören Radfahrer Landwirte auf dem Helleweg
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17:06 30.01.2019
Auf dem Helleweg, der Verlängerung des Radschnellwegs von Göttingen nach Bovenden, kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Radfahrern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Quelle: Pförtner
Göttingen

„Radfahrer schreien mich an, trommeln mit den Fäusten auf meine Fahrzeuge und spucken mir auf die Windschutzscheibe“, berichtet der Weender Bauer Günter Waldmann. Die Radler, die sich an der freien Fahrt gehindert fühlten, glaubten, dass er widerrechtlich auf ihrer Strecke unterwegs sei. Ähnliche Erfahrungen machen Jagdpächter auf der Fahrt ins Revier. „Forstarbeiter leiden ebenfalls unter Übergriffen“, ergänzt Thomas Hänsch, der Vorsitzende der Realgemeinde Weende, in der die Waldeigentümer zusammengeschlossen sind.

„Solche Konflikte hat es in der Vergangenheit immer mal wieder auf dem Helleweg und in anderen Teilen der Feldmark gegeben“, weiß Bovendens Bürgermeister Thomas Brandes (SPD). Auch Spaziergänger und Skater gingen teilweise nicht zur Seite, wenn ihnen ein Trecker begegne.

Seit der Asphaltierung wurde es schlimmer

„Seit die Stadt Göttingen jedoch 2017 den Abschnitt zwischen Stumpfe Eiche und Springstraße asphaltiert und die dort angebrachte Schranke abgebaut hat, ist es richtig schlimm geworden“, betont Bauer Waldmann. Seither hätten Radfahrer zwischen Göttingen und Bovenden durchgehend freie Bahn und wollten entsprechend schnell fahren. Ein Begegnungsverkehr sei nicht möglich, da die neu asphaltierte Fläche nur 3,5 Meter breit sei.

Landwirte wie Waldmann empört dabei vor allem, dass der Helleweg eigentlich der Erschließung ihrer landwirtschaftlichen Flächen dient. Früher habe sich der Realverband Weende-Feldmark, der Zusammenschluss von Flächeninhabern in der Feldmark, um die Unterhaltung gekümmert, berichtet Waldmann. 2010 habe die Stadt Weg und Aufgabe übernommen und dafür vom Verband 80 000 Euro erhalten. Mit dem geplanten Ausbau zum Radschnellweg verletze Göttingen die damals eingegangenen Verpflichtungen, meint der Bauer.

Klimaschutz vor „partikularen Interessen“

„Wir brauchen schnelle und sichere Radverbindungen, um Pendler aus Umlandgemeinden wie Bovenden zum Umsteigen vom Auto aufs Fahrrad zu bewegen“, hält Göttingens Bürgermeister Ulrich Holefleisch (Grüne) dagegen. Aus seiner Sicht habe der Klimaschutz Vorrang vor „partikularen Interessen“, so berechtigt diese auch seien mögen. Allerdings fordert der Grüne von Radfahrern „Rücksicht“ auf andere Verkehrsteilnehmer.

„Um den Helleweg zu entlasten, soll die Stadt den Radweg an der alten Bundesstraße 3 ertüchtigen“, regt Ratsherr Hans Otto Arnold (CDU) an. Einen entsprechenden Antrag stelle seine Partei im Ortsrat Weende, der am Donnerstag, 14. Februar, das nächste Mal tage. „Das Geld dafür ist schon im städtischen Haushalt 2019/20 eingestellt“, erklärt Bürgermeister Holefleisch.

„Die Bovender aus dem Altdorf nutzten eher den Radweg durch die Leineaue“, gibt Bovendens Bürgermeister Brandes zu bedenken. Die übrigen Bovender, aber auch Eddigehäuser und Spanbecker pendelten auf dem Helleweg nach Göttingen ein. Er wünsche sich, dass die Stadtverwaltung engeren Kontakt zu Bovenden suche.

Von Michael Caspar

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