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Göttingen Radfahrer häufig in Unfälle verwickelt
Die Region Göttingen Radfahrer häufig in Unfälle verwickelt
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18:01 03.04.2018
Beim Miteinander von Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern wünschen sich Verkehrsexperten mehr defensives Verhalten im Straßenverkehr. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen/Duderstadt

245 Fahrradfahrer wurden im vergangenen Jahr im Stadtgebiet bei Unfällen verletzt, zwei sogar getötet, rechnet die Göttinger Polizei vor. Im Jahr 2016 waren es noch 235 verletzte Radfahrer gewesen, tödliche Unfälle blieben ganz aus.

Damit bleibt der Anteil der Fahrradfahrer unter den Unfallopfern weiterhin auf hohem Niveau. Bei der Gesamtzahl von 715 verunglückten Personen im Stadtgebiet beträgt deren Anteil mit 34,55 Prozent mehr als ein Drittel aller Unfallopfer. Die zwei Todesfälle im Stadtgebiet waren ein 74 Jahre alter Mann, der ohne Beteiligung anderer auf einem Radweg gestürzt war und anschließend starb, und eine 64-jährige Fahrradfahrerin, die beim Einbiegen aus einer untergeordneten Straße ein Auto übersehen hatte und mit dem Fahrzeug kollidiert war.

Im gesamten Landkreis Göttingen einschließlich der Stadt gab es 300 verletzte Radfahrer (2016: 290). Die Polizei Duderstadt registrierte in ihrem Zuständigkeitsbereich im vergangenen Jahr 23 verletzte Radfahrer, von denen drei schwere Verletzungen erlitten.

Die Grünen im Rat der Stadt Göttingen fordern nach einem Unfall Ende März in der Göttinger Fußgängerzone Maßnahmen zum Schutz von Radfahrern in der Innenstadt. An einem Sonntag war an der Ecke Groner Straße/Zindelstraße eine Radfahrerin mit einem Kleinwagen, der unerlaubterweise in der Fußgängerzone unterwegs war, zusammengestoßen. „Nur der Tatsache, dass die Radfahrerin einen Helm trug, ist es zu verdanken, dass sie noch am Leben ist“, erklärt Ulrich Holefleisch, für die Grünen Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität. Um solche Vorfälle zu vermeiden, müsse die Fußgängerzone so gestaltet werden, „dass sich kein Raser und keine Raserin in sie verirren können. Wir fordern schon lange versenkbare Poller an den Eingängen zur Fußgängerzone.“ Bewegliche Poller beispielsweise würden auch ortsunkundigen Personen unmissverständlich anzeigen, dass dort ein absolutes Durchfahrverbot gelte.

Zudem fordern die Grünen eine generelle Temporeduktion innerorts und eine strengere Überwachung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Holefleisch: „Vermutlich hat die Fahrerin des Kleinwagens nicht erkannt, dass sie sich in einer Fußgängerzone befindet, sondern angenommen, sie habe sich an der Maximalgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern zu orientieren. Eine folgenschwere Fehleinschätzung.“ Die Senkung der innerstädtischen Regelgeschwindigkeit auf Tempo 30, wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) seit Jahren fordert, sei „überfällig. Eine solche Senkung verändert die Gewohnheit, zu schnell zu fahren. Damit hätte sich der Unfall womöglich auch ohne Poller vermeiden lassen.“

Besonders verärgert sind die Grünen über Schaulustige, die sich nach dem Unfall um die Unfallstelle an der Zindelstraße scharten. Holefleisch: „Wo leben wir denn, wenn das Persönlichkeitsrecht der Gaffern von höherem Wert ist als das Recht der Verkehrsopfer auf Lebensrettung?“

Von Matthias Heinzel

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