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Göttingen Rat Hardegsen lehnt Aufhebung der Höhenbegrenzung ab
Die Region Göttingen Rat Hardegsen lehnt Aufhebung der Höhenbegrenzung ab
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19:45 07.10.2014
Windräder: bislang nur bei Lichtenborn gern gesehen. Quelle: Vetter
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Hardegsen/Hevensen

An dem Vorhaben der von Helmolt Consult, bei Hevensen vier bis fünf Anlagen zu errichten, ändert die Ablehnung des Rates wohl nichts. Dieser Überzeugung ist Hardegsens Bürgermeister Dieter Sjuts (parteilos). Die Rechtslage habe sich geändert. Der alte Flächennutzungsplan mit der Höhenbegrenzung sei nicht mehr haltbar.

Um Zeit für die Entwicklung eines neuen Plans mit rechtssicheren Vorgaben zu gewinnen, war Sjuts für die Zustimmung zum Antrag und stimmte auch als einziger klar für die Aufhebung der Höhenbegrenzung (dazu kamen zwei Enthaltungen). Der Projektentwickler wünscht die Aufhebung, um die geplanten Windkraftanlagen ohne Schwierigkeiten errichten zu können.

Auch ohne Ratszustimmung sei das möglich, führte Sjuts aus. Der Landkreis könne die Genehmigung geben. Solange Hardegsen keinen gültigen Flächennutzungsplan habe, sei es möglich, überall Windräder zu bauen, erklärte der Bürgermeister. Erst mit einem neuen Flächennutzungsplan gelte wieder die Ausschlusswirkung.

Auftrag muss neu vergeben werden

Doch der muss erst erarbeitet werden. Nach Kündigung des städtebaulichen Vertrags durch die von Helmolt Consult muss der Auftrag neu vergeben werden. In der Sitzung hatte der Rat die Mittel bewilligt. Das Angebot zur weiteren Zusammenarbeit wollen die Hardegser nicht aufgreifen.

Denn nicht nur Zuhörerin Gudrun Hühne-Osterloh fühlt sich von der von Helmolt Consult belogen. Nie habe deren Chefin klar gesagt, dass sie Untersuchungen zur Avifaunistik bereits unternehme; nun seien sie plötzlich abgeschlossen.

Heftig und geladen war die Diskussion. „Ob wir für oder gegen Höhenbegrenzung stimmen, interessiert im Prinzip keinen Menschen“, sagte Ratsherr Frank Schonlau (CDU). In einem neuen Flächennutzungsplan sei Höhenbegrenzung kein Thema mehr. „Das einzige, was wir als Stadtrat tun können, ist zu verhindern, dass sie an jeder Ecke stehen.“

Mit seinem „Nein“ entschied der Rat im Sinne der Zuhörer, unter denen auch Vertreter der Bürgerinitiative Moringer Becken waren.

Von Ute Lawrenz

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