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Göttingen Rentner sticht auf Rentner ein
Die Region Göttingen Rentner sticht auf Rentner ein
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20:17 29.10.2009
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Die Tat geschah am frühen Morgen. Am 16. Mai 2008 gegen 6.05 Uhr begegneten sich die beiden Männer erstmals. Vor dem Haus des Opfers am Holtenser Berg sah der 75-Jährige den Frührentner, Spätaussiedler wie er. Der Angeklagte war gerade aus der Wohnung seiner Lebensgefährtin Anna A. (Name geändert) gekommen, einer 71-Jährigen, die er seit drei Jahren kennt. Er hatte die Nacht mit ihr verbracht. Vor Monaten hatte er einmal beobachtet, wie der andere am Balkon mit seiner Anna gesprochen hatte. Seitdem hatte er sich mit der Vorstellung gequält, dieser Mann besuche „meine Anna“, denn die sei gelegentlich unzufrieden über seine Leistungen im Bett gewesen. „Anna war oft krank, vielleicht war sie krank nach ihm.“
Er habe den anderen angesprochen und gesagt: „Wieso gehst du zu meiner Anna?“ Zu dem, was dann geschah und was die Anklage ihm als Totschlagsversuch vorwirft, sagt er: „So wie’s war, so war’s.“

Doch das Gericht merkt schnell, dass das kein Geständnis war. Der Rentner stellt die Tat als Notwehr dar. Der andere sei „mit der Faust immer näher gekommen, immer näher.“ Da habe er in der Jackentasche einen Schraubenzieher – die Anklage wirft ihm hingegen Stiche mit einem Messer vor – gefunden und sich gewehrt. Fünf Stiche trafen das Opfer in den Bauch, einer in den Rücken. Weil Leber und Magen verletzt wurden, rettete nur eine Notoperation das Leben.

Die Notwehrversion, das wird durch die Vernehmung der Polizisten klar, die den Täter festnahmen, ist neu. Damals sei der Rentner gelassen gewesen, habe erst behauptet, nicht am Tatort gewesen zu sein und habe davon, dass er angegriffen worden sei, nichts gesagt. Der Prozess wird fortgesetzt.

ck

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