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Göttingen Richtfest für Appartementhaus „An der Lutter“
Die Region Göttingen Richtfest für Appartementhaus „An der Lutter“
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00:19 02.10.2017
Richtfest: Carlo Scherrer, Vorstand der Genossenschaft, erläutert den Millionen-Bau. Quelle: Niklas Richter
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Weende

„Das ist schon ein großes Ding, das ihr hier macht“, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) am Freitag beim Richtfest. Jede neue Wohnung helfe in Göttingen, wo der Wohnungsmarkt angespannt sei und sich die Wohnungsnot weiter verschärfe. Das Engagement der Wohnungsgenossenschaft auf dem Markt für Studentenwohnungen, sei in einer Stadt, in der inzwischen 36000 Menschen studierten, zu begrüßen. Dieser Markt dürfe nicht allein privaten Investoren überlassen werden.

Nach Angaben der Genossenschaft entstehen in dem neuen Haus – zwischen der Bundesstraße 27 und dem Adam-von-Trott-Weg in Weende gelegen – 183 Appartementplätze in 151 Einzel- und 15 Mehrzimmerappartements. Zusammen bieten sie 5000 Quadratmeter Wohnfläche. Genossenschaftsvorstand Carlo Scherrer geht derzeit von einer Kaltmiete von rund elf Euro pro Quadratmeter aus. Die Warmmiete inklusive W-Lan für ein durchschnittlich 26 Quadratmeter großes Einzelappartement soll zwischen 400 und 450 Euro liegen. Voraussetzung für den Einzug: ein Geschäftsanteil der Wohnungsgenossenschaft für derzeit 1000 Euro. Dass die Wohnungen schnell vermietet werden können, bezweifelt Scherrer nicht. Anfragen gebe es bereits. Rechtzeitig zum Wintersemester 18/19 sollen die Wohnungen fertig sein.

„Sehr guten Beitrag für die Wohnungsversorgung“

Henning Schreiber, Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft, sieht in dem Neubau, auf den er „stolz“ sei, einen „sehr guten Beitrag für die Wohnungsversorgung“ in der Stadt. „Göttingen braucht neue Wohnungen, wir brauchen aber auch bezahlbare Grundstücke. Denn ohne Grundstücke keine Häuser“, sagte Schreiber. Die Wohnungsgenossenschaft msei mit den aktuellen Bauprojekten kurz davor, die Marke von 5000 Wohnungen zu knacken.

Richtfest in Weende: Die Rohbauarbeiten an dem neuen Appartementhaus „An der Lutter“ sind abgeschlossen. 21,4 Millionen Euro investiert die Wohnungsgenossenschaft Göttingen in das Haus mit 166 Wohnungen. Am Freitag hat sie Richtfest gefeiert.

Der Bau wird deutlich teurer als zunächst kalkuliert. War die Wohnungsgenossenschaft lange von 16,5 Millionen Euro ausgegangen, nannte Schreiber am Freitag Baukosten von voraussichtlich 21,4 Millionen Euro. „Kleinteiligkeit kostet Geld“, sagte er. Scherrer nannte den hohen Anteil an sanitären Einrichtungen und generelle Kostensteigerungen im Baugewerbe als weitere Gründe. Eine von der Politik geforderte 2000 Quadratmeter große schallschluckende Fassade entlang der Bundesstraße habe allein 700000 Euro gekostet. Die sei aber in der Lage, Motorengeräusche zu fast 100 Prozent zu absorbieren, sagte Schreiber.

Fahrradstellplätze und Car Sharing

Das knapp 150 Meter lange und zwischen 20 und 30 Meter breite Haus wird drei bis sechs Stockwerke haben und außer den rund 5000 Quadratmeter Wohnfläche Platz für zwei kleine Läden bieten. Wie die Läden genutzt werden sollen, steht nach Angaben der Genossenschaft noch nicht fest. Hinzukommt eine Tiefgarage mit 70 Plätzen. Das Architektenbüro Gerber aus Dortmund gibt die Bruttogeschossfläche mit rund 13400 Quadratmetern an. Scherrer kündigte an, viele Fahrradstellplätze anzubieten. Auch will die Genossenschaft mit einem Car-Sharing-Anbieter zusammenarbeiten.

Gerber Architekten hatten sich im Frühjahr 2015 mit ihrem Entwurf bei einem Wettbewerb gegen 168 Mitbewerber bei der Jury durchgesetzt. Der Baubeginn für das Millionenprojekt war im März 2016.

Von Michael Brakemeier

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