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Göttingen „Richtungsweisendes Signal zum Kindeswohl“
Die Region Göttingen „Richtungsweisendes Signal zum Kindeswohl“
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19:09 06.11.2009
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Wie aus der Verwaltungsvorlage hervorgeht, hat die Landesschulbehörde den sofortigen Schulbesuch des Kindes in einer Integrationsklasse (I-Klasse) der Grundschule am Sultmer beantragt. Zuvor war festgestellt worden, dass das Kind aufgrund seiner geistigen Entwicklung „sonderpädagogischen Förderbedarf“ habe. In Göttingen seien alle I-Klassen an den dortigen Grundschulen besetzt. Die Schule am Sultmer hingegen sei bereit und in der Lage, das Kind aufzunehmen.
Auch im Schulausschuss herrschte Konsens darüber, das Kind aufzunehmen, erläuterte die Vorsitzende Reta Fromme (CDU). Schon mehrfach seien Schüler aus anderen Landkreisen in I-Klassen aufgenommen worden. So sei man einig gewesen, „ein richtungsweisendes Signal zum Wohle von Kindern zu setzen.“ Rund 1000 Euro fielen dabei an jährlichen Kosten pro Schüler an. Wegen des hohen Verwaltungsaufwandes verzichte die Stadt Northeim allerdings im aktuellen Fall darauf, von der Stadt Göttingen ein Gastschulgeld zu erheben.
Seit den Sommerferien sei ein Schulbesuch an der Tannenbergschule in Göttingen vorgesehen, erklärt Susanne Strätz, Sprecherin der Landesschulbehörde. Die Schule in Weende ist eine Förderschule mit Schwerpunkt auf geistige Entwicklungsverzögerungen. Bis zur Zusage aus Northeim sei das Kind gar nicht zur Schule gegangen, bestätigt Strätz. Die Schulpflicht sei trotzdem nicht verletzt worden, weil ein ärztliches Attest vorliege.

„Mit ins Boot geholt“

Nachdem die Eltern gegen die Entscheidung der Landesschulbehörde des Besuchs der Tannenbergschule vorgegangen seien, sei der erste Beschluss revidiert worden. Auf der Suche nach „anderen Möglichkeiten“ habe man schließlich die Stadt Northeim als Schulträger „mit ins Boot geholt“.

„Wenn es in Northeim nicht geklappt hätte, hätten wir geklagt“, sagte der Vater des Schulkindes, der „anonym bleiben möchte“. Zuvor war das Kind auf die Martin-Luther-King-Schule in Göttingen gegangen. Den Wechsel zur Tannenbergschule lehnten die Eltern ab: „Dort zwischen den behinderten Kindern würde mein Kind untergehen und nichts lernen“, sagte der Vater. Sein Kind benötige zudem eine „feste Bezugsperson“. Und: „Wir wollten auf jeden Fall eine integrative Beschulung.“ Mit Unterstützung der Göttinger „Elterninitiative für Förderung und Integration“ habe man schließlich auch die Schulbehörde überzeugen können und „nun alles zum Guten gewendet“.

Von Karola Hoffmann

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