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Göttingen Ringen ums Städtische Museum
Die Region Göttingen Ringen ums Städtische Museum
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16:53 11.01.2019
Der Fachwerk-Gebäudekomplex des Städtischen Museums am Ritterplan. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

Das war nicht einfach. Schließlich liebäugelt die SPD mit einer Verlagerung des Städtischen Museums in die Nähe der Stadthalle. Daher waren im Haushalt bislang nur 18000 Euro für die dringendsten Erhaltungsarbeiten an den Ritterplan-Gebäuden vorgesehen.

Viel zu wenig, erklärte Hans Otto Arnold für die CDU, die ursprünglich sogar für die kommende Zeit jährlich 600000 Euro für die Sanierung des Städtischen Museums in den Haushalt einstellen wollte. Doch angesichts der schlechten Aussichten, für diese Summe eine Mehrheit zu finden, halbierte die CDU ihre Forderung und beschränkte sich darauf, Geld zunächst nur für eine gründliche Untersuchung der baulichen Schäden und einen Sanierungsplan zu fordern.

Jahrzehnte lang vernachlässigt

Generell jedoch hielt die CDU an ihrer Kritik am Umgang der Stadt mit einem ihrer herausragendsten Baudenkmale fest. Der fast ein halbes Jahrtausend alte repräsentative Neuhardenberger Hof sei Jahrzehnte lang vernachlässigt worden, die Schäden an der historischen Bausubstanz daher mittlerweile umfassend. Das lange Nichtstun räche sich jetzt mit stark angewachsenen Sanierungskosten.

Zur nicht geringen Überraschung der CDU lenkte die SPD im Bauausschuss ein und unterstützte die christdemokratische 300000-Euro-Forderung. Damit fiel das Votum des Ausschusses sogar einstimmig aus. Auf SPD-Antrag wurde das Geld formal nicht für das Städtische Museum, sondern für den Gebäudekomplex am Ritterplan bereitgestellt. Das Ganze muss nun noch im Finanzausschuss beraten werden.

Parkleitsystem und Radwege

Ebenso einstimmig sprach sich der Ausschuss für die Bereitstellung einer halben Million Euro in den nächsten zwei Jahren für den Aufbau eines dynamischen Parkleitsystems aus. Auch diesen Antrag hatte die CDU eingebracht. Ein solches System soll bis zum Jahresende 2020 umgesetzt werden. Und schließlich setzte die CDU auch noch 200000 Euro für die Instandsetzung der beiden Radwege entlang der Kasseler Landstraße und der Kiesseestraße durch.

Um Gebäudesanierungen und -erweiterungen ging es auch in den Bemerkungen von Stadtbaurat Thomas Dienberg zu Beginn der Ausschusssitzung. Die städtische Bauverwaltung arbeite im Rekord-Investitionsjahr am oberen Limit ihrer Leistungsfähigkeit. Allein für den Schulbereich seien in den Jahren 2019 bis 2023 Projekte mit einem Volumen von 35 Millionen Euro vorgesehen. Die Abteilung Hochbau der Bauverwaltung könne beim jetzigen Personalbestand allerdings nur etwa zehn Millionen Euro Investitionsvolumen bewegen.

Baugebiet Roringen vertagt

Vertagt wurde hingegen der Antrag der SPD für die Ausweisung eines großen Neubaugebiets nördlich von Roringen. Diesem Vorschlag schlossen sich fast alle im Bauausschuss vertretenen Fraktionen an. Das Neubaugebiet sei sinnvoll, umsetzbar und werde für eine ökologisch wenig wertvolle, steinige und dazu noch zu vertretbaren Preisen erhältliche Fläche geplant. Nach längerer Debatte, auch von Vertretern des Ortsteils, ließ sich auch der zuvor skeptische Piraten-Vertreter Francisco Welter-Schultes umstimmen, der im Vorfeld unter anderem massiven einen Flächenverbrauch kritisiert hatte, sollte das Projekt umgesetzt werden.

Von Welter-Schultes stammte schließlich auch der Vorschlag, wie es jetzt weitergehen könne: Angesichts der erheblichen Belastung der städtischen Bauverwaltung könne ein anderes, möglicherweise weniger sinnvolles Projekt zurückgestellt werden.

Von Matthias Heinzel

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