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Göttingen Rund 250 Verbindungsstudenten beim Liederabend im Bullerjahn Göttingen
Die Region Göttingen Rund 250 Verbindungsstudenten beim Liederabend im Bullerjahn Göttingen
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13:22 11.11.2013
„Das Schwert zum Schutz, das Glas aufs Wohl, das Lied zum Preise fürs schöne, große deutsche Vaterland“: Liederabend im Bullerjahn. Quelle: Heller
Göttingen

Zu seiner Studentenzeit in den 60er Jahren sei er regelmäßig zu den Bullerjahnabenden im Ratskeller gegangen.

„Immer dienstags und frietags. Es herrschte eine unglaubliche Stimmung“, erinnert er sich.

Mit den zahlreichen Alten Herren feierten und tranken die aktiven, ausschließlich männlichen Verbindungsstudenten im Bullerjahn im Alten Rathaus. „Wir haben schon viel von den früheren Veranstaltungen gehört“, sagte ein Student der Königsberger Burschenschaft Gothia, der seinen Namen wie viele andere nicht nennen wollte.

Künftig regelmäßig

Wie die meisten begrüßte er den Versuch, die alte Tradition eines studentischen Liederabends wiederzubeleben und künftig regelmäßig zu veranstalten. Während sich einige dafür aussprachen, künftige Liederabende wie am Donnerstag als geschlossene Veranstaltung zu organisieren, plädierten andere dafür, den Abend für alle Interessierten zu öffnen. „Wir haben nichts zu verbergen. Geheimniskrämerei schadet nur“, lautete ihre Argumentation.

Begleitet von Michael Schäfer am Klavier sangen sie ausgewählte Verbindungslieder. „Das Lied aus Göttingen“ („Da sind die alten Häuser, in Gassen traut und schmal, der Gänselieselbrunnen, die schau ins Leinetal.“), „Studentsein, wenn die Veilchen blühen („Student sein, wenn zwei Augen locken, ein süßer Mund verschwiegen küsst, dass jählings alle Pulse stocken, als ob im Rausch man streben müsst“) oder „Burschen heraus“ („Burschen heraus! Lasst es schallen von Haus zu Haus, wenn es gilt für‘s Vaterland treu die Klingen dann zur Hand und heraus mit mut‘gem Sang, wär es auch zum letzten Gang. Burchen Heraus!“) waren darunter. 

Je mehr Bier, desto lauter der Gesang

Je weiter der Abend fortschritt, je mehr Bier floss, desto lauter war der Gesang, desto mehr Angetrunkene mussten zu ihren Plätzen begleitet werden, desto häufiger mussten die Alten die Jungen maßregeln. „Es gibt kein schöner Leben als Studentenleben wie es Bacchus und Gambrinus schuf“, heißt es in einem studentischen Gassenhauer am Abend.

Bullerjahn-Betreiber Olaf Feuerstein war mit der Resonanz am Abend zufrieden. „Wir sind ausgebucht“, sagte er etwas angespannt aus Sorge vor Gegenaktionen von Verbindungsgegnern. Rund 250 Studenten aus 19 Verbindungen waren gekommen. Während es zuvor noch ruhig geblieben war, versammelten sich gegen 23.30 Uhr vor dem Eingang des Bullerjahns bis zu 40 linke Gegendemonstranten.

40 linke Demonstranten

Einige von ihnen versuchten in den Bullerjahn zu kommen. Polizei und Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes hielten sie davon ab. Lautstark warfen die Demonstranten den Verbindungen Rassismus und Sexismus vor. Und riefen „Lieber ein Geschwür am After als ein deutscher Burschenschafter“. Es blieb bei den Wortgefechten.

Als Antwort auf den linken Aufzug vor dem Rathaus stimmten die Studenten „Die Gedanken sind frei an“. Ohne weitere Zwischenfälle, so berichtet die Polizei, seien die Verbindungstudenten nach Ende der Veranstaltung gegen 2 Uhr nach Hause gelangt.

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