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Göttingen Gemeinsam unter Freunden statt allein zu Hause
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19:24 26.12.2017
Klaus Faber begeisterte am Klavier die etwa 400 Besucher  Quelle: Peter Heller
Göttingen

 Mehr als 400 Besucher sind zum offenen Heiligabend der Weihnachtshilfe des Göttinger Tageblatts „Keiner soll einsam sein“ in die Stadthalle gekommen. Neben älteren und hilfsbedürftigen Menschen waren auch viele Familien mit ihren Kindern dabei.

Bereits kurz vor 16 Uhr herrschte in der Göttinger Stadthalle dichtes Gedränge. Die Tische waren voll besetzt während rund 100 Helferinnen und Helfer alle Hände voll zu tun hatten, den Gästen Getränke und leckeren Kuchen zu bringen. Den Besuchern wurde ein buntes Programm geboten. Nach dem Grußwort von Wolfgang Stoffel, Organisator der Tageblatt-Weihnachtshilfe, hielt Pastor Thomas Harms die Weihnachtsandacht. Im Anschluss gab zu Kaffee und Kuchen Musik vom Göttinger Pianisten Klaus Faber. Das kam so gut an, dass einige Paare tanzten.

Als Höhepunkt sorgte nach einem feinen Abendessen von der UMG Gastronomie ein Show-Programm mit Zauberei und Spaß von und mit dem Magier-Duo „Freund und Freundin“ für spannende Unterhaltung.

Wolfgang Stoffel, Organisator der Tageblatt-Weihnachtshilfe begrüßte die Gäste der offenen Weihnachtsfeier in der Stadthalle. „Das Spezielle an diesem Weihnachtsfest ist, wie religionsübergreifend dieser Abend sein kann“, betonte Stoffel. Am offenen HeiligabendKeiner soll einsam sein“ sei jeder herzlich willkommen. Stoffel dankte den vielen Helfern für ihr Engagement, ohne das die Feier nicht zustande gekommen wäre.

Die Stimmung unter den Gästen war ausgelassen. „Diese Weihnachtsfeier ist eine richtig schöne Sache“, sagte Monika Hoppe (60) aus Gieboldehausen. Sie kommt seit Jahren regelmäßig alleine am Heiligabend zu Weihnachtsfeier in die Stadthalle. „Ich habe hier bereits Freunde gefunden“, erzählte sie. Auch Andrea Habenicht war begeistert. Sie kommt seit fünf Jahren regelmäßig mit ihrem Sohn in die Stadthalle. „Es macht jedes Jahr wieder Spaß hierher zu kommen, denn wir treffen so viele nette Bekannte und Freunde“, sagte sie. Die Atmosphäre sei sehr angenehm. „Ganz viele Kulturen kommen hier zusammen und alle sind friedlich, ohne Krieg“, betonte Habenicht.

In der Stadthalle ist auch Familie Salja aus Albanien. „Wir kommen seit seit 26 Jahren zu ,Keiner soll einsam sein’ am Heiligabend.“ In diesem Jahr waren sie mit zwölf Personen bei der Feier dabei. „Wir genießen die friedliche Atmosphäre und die nette Bedienung hier sehr“, sagten alle Familienmitglieder. Auch viele Kinder waren dabei. Das erste Mal nahmen zum Beispiel die drei Schwestern Angelina (13) Kathy (9) und Bianca Komnick (10) mit ihren Eltern am Fest teil. Die Geschenke haben sie schon vorher bekommen. „Es ist toll hier, die Kinder können malen oder puzzeln. Auch der Kuchen war lecker“, sagte Angelina. Nächstes Jahr würden die Geschwister gerne wiederkommen.

"Keiner soll einsam sein" in der Stadthalle

Das vierte Mal dabei war Benjamin Wolff (30), Leiter der Festfabrik Veranstaltungsagentur, die den offenen Heiligabend in der Stadthalle organisiert hat. „Es gibt ein gutes Gefühl für den Rest des Festes, wenn man danach zur eigenen Familie nach Hause kommt und darüber berichten kann, wie sehr sich die Menschen gefreut haben“, so Wolff. Ehrenamtlich hilft seit 22 Jahren der Pianist Klaus Faber. „Die Dankbarkeit der Menschen ist groß“, erzählte er. Für seine Musik bekomme er oft Dankeskarten von den Gästen. „Es ist schön hier mit dabei sein zu dürfen“, sagte er. Wenn man in die glücklichen Gesichter der Menschen schaue, habe man das 2Gefühl, dass sich die Arbeit gelohnt hat“, schilderte er.

„Es ist einfach schön, helfen zu können und für die Menschen da sein zu können“, findet auch Dieter Jesper. Der Göttinger hilft das siebte Jahr in Folge bei der Weihnachtsfeier in der Stadthalle. „Danach ist man voller guter Gefühle und kann diese auch weitergeben“, erläutert er. Das Publikum sei ganz gemischt. „Viele alleinstehende Frauen mit ihren Kindern und viele ältere Menschen kommen regelmäßig“, berichtet Jesper. Zudem kommen auch zahlreiche Hilfsbedürftige.

Das erste Mal half Vanessa Fricke (24) aus Göttingen. Derzeit studiert sie in Trier und ist für Weihnachten zu Besuch bei ihren Eltern. „Fast unsere ganze Familie hilft an der Feier mit“, sagte sie. Weihnachten gehe es um mehr als nur um Essen und darum, sich zu beschenken: „Es geht um Nächstenliebe, und deshalb sind wir hier“, erklärte Fricke.

Thomas Harms, seit einem Jahr Pastor im Grenzdurchgangslager Friedland, ist seit zwölf Jahren bei „Keiner soll einsam sein“. „In diesem Jahr sind auch viele Flüchtlinge aus Syrien und dem Iran hier“, erzählte er. In seiner Weihnachtsandacht hob er die Botschaft des Weihnachtsfestes hervor, bei dem vor mehr als 2000 Jahren mit einem Kinde aus Fleisch und Blut ein Zeichen gesetzt wurde, dass sich die Welt zum Guten wenden kann. „Diese Botschaft trägt heute immer noch“, sagte Harms. Wichtig dafür sei die Hoffnung. „Denn Hoffnung ist das, was über das normale Leben hinausgeht“, so Harms.

Das Zauberpaar „Freund und Freundin“ mit Heike und Jörn Freundt trat in diesem dieses Jahr zum 15. Mal am offenen Heiligabend auf. Ihre Zaubertricks sorgten für Staunen beim Publikum, das seine Begeisterung mit Applaus kundtat. „Uns macht es viel Spaß, anderen Menschen eine Freude zu bereiten und sie von ihrem Alltag abzulenken“, sagte das Ehepaar.

Danach klang der Abend aus. Damit die Gäste nach dem Abendessen sicher nach Hause kamen, stellten die Göttinger Verkehrsbetriebe Sonderbusse für die Heimfahrt zur Verfügung.

Von Bernard Marks

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