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Göttingen SPD fordert besseres Hort- und Schulangebot
Die Region Göttingen SPD fordert besseres Hort- und Schulangebot
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18:27 26.06.2018
Hort, Grundschule und Ortsräte sind auf der Suche nach mehr Platz, da es viele Anfragen nach Hortplätzen gibt. Eine Idee: das alte Forsthaus, dass Stadt verkaufen will. Quelle: Peter Heller
Herberhausen / Roringen

Aus Sicht der Ortsräte und der SPD sind Hortplätze im Umfeld der Grundschule Herberhausen Mangelware und ein Ganztagsangebot an der Schule steht in ferner Zukunft. Bereits im Mai hatten die Ortsräte die Stadt aufgefordert, den geplanten Verkauf des ehemaligen Forsthauses gegenüber der Kindertagesstätte vorerst zu stoppen und das Forsthaus der Kirche als Kita-Träger für eine Erweiterung des Hortes zur Verfügung zu stellen bis die Schule Ganztagsschule wird.

„Im Jahr 2019 brauchen wir ein zusätzliches Angebot“

Auch die SPD hält das Haus für die Nutzung für „bestens geeignet, auch wenn einige Umbauten erforderlich sind“, heißt es in einer Pressemitteilung. Weiter verlange er von der Stadt Göttingen, , so der SPD-Ortsverein, „einen zeitnahen Umbau der Grundschule Herberhausen zur Ganztagsschule“. Die Ortsvereins-Vorsitzende Dagmar Schlapeit-Beck: „Im Jahr 2019 brauchen wir ein zusätzliches Angebot. Nach dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung soll ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für alle Kinder im Grundschulalter geschaffen werden, dieses Recht fordern auch die Eltern aus Herberhausen und Roringen ein.“

Für Eltern unzumutbar

Laut SPD sehe der aktuelle Kindertagesstättenbedarfsplan derzeitig keinen Ausbaubedarf für zusätzliche Hortplätze vor. Dort heiße es jedoch: „Der Bedarf an Nachmittagsbetreuung für Schulkinder wird durch das wachsende Ganztagsangebot an Schulen oder, wo ein solches Angebot noch nicht vorgehalten wird, durch Hortgruppen gedeckt“, zitiert die SPD.

Und das stelle sich für die SPD in Herberhausen und Roringen anders dar: Ab dem Schuljahr 2019/20 sei eine zusätzliche Hortgruppe oder ein Ganztagsschulangebot zwingend. „Es ist für die Eltern und Kinder in diesen Ortsteilen nicht zumutbar, die nächste Ganztagsgrundschule in Weende aufzusuchen“, meint Schlapeit-Beck.

Der jetzige Hort im ehemaligen Pfarrwitwenhaus in Herberhausen. Quelle: Peter Heller

Eltern verlangen „umfassende Betreuung“

Die SPD schildert sie Situation aus ihrer Warte: So gebe es an der Grundschule Herberhausen, zu deren Schuleinzugsbezirk auch Roringen gehört, bisher als einziger der 20 Göttinger Grundschulen kein Ganztagsangebot. Die zwölf Hortplätze im Evangelischen Kindergarten Herberhausen seien voll belegt.

Die Eltern verlangten jedoch eine „genauso umfassende Betreuung“ ihrer Kinder, wie in den anderen Stadtteilen, meint die SPD. Eltern, die an der Umfrage zum nachmittäglichen Betreuungsbedarf in Roringen und Herberhausen teilgenommen und ihren Bedarf für das Schuljahr 2019 mitgeteilt hätten, bekämen nach Angaben der SPD von der Schulverwaltung die Antwort: „Leider kann bis dahin die Grundschule Herberhausen noch nicht in eine Ganztagsschule umgewandelt werden. Sie können Ihr Kind deshalb an einer anderen Ganztagsgrundschule in Göttingen anmelden.“

„Erheblicher zeitlicher Vorlauf“ nötig

Verwaltungssprecher Dominik Kimyon kontert die Forderungen und Behauptungen: „Im Göttinger Stadtgebiet gibt es durchaus weitere Schulen ohne Ganztagsangebot, etwa Mittelbergschule und Wilhelm-Busch-Schule. Der Antrag auf Errichtung einer Ganztagsschule in Herberhausen liegt der Verwaltung erst seit wenigen Wochen vor. So ein Angebot lässt sich nicht kurzfristig realisieren, insbesondere dann nicht, wenn es dem vom Rat beschlossenen Ganztagskonzept entsprechen soll.“ Es brauche einen erheblichen zeitlichen Vorlauf, der mit einem Jahr nicht beschrieben sei, erklärt Kimyon.

Die Grundschule hat sich inzwischen auf den Weg gemacht, offene Ganztagsschule zu werden. Für einen guten Start mit vernünftiger Betreuung inklusive Mittagessen müssen aber erst Küche, Mensa und zusätzliche Gruppenräume angebaut werden. Das sahen die Pläne der Stadt Göttingen bis zum Antrag der Schule bisher aber nicht vor. Schuldezernent Siegfried Lieske schätzt die Zeit nach einem entsprechenden Ratsbeschluss von der ersten Planung bis zur Verwirklichung auf mindestens vier bis fünf Jahre.

„Die Stadtverwaltung wird hier nicht auf Verdacht tätig“

Außerdem, so der Sprecher weiter, sei aus Herberhausen in den vergangenen Jahren bei der Erstellung des Kindertagesstättenbedarfsplans kein Bedarf an Hortplätzen gemeldet worden. „Die Stadtverwaltung wird hier nicht auf Verdacht tätig, sondern braucht rechtzeitig tragfähige Planungsgrundlagen“, sagt Kimyon.

Hort meldet freie Plätze

Die jetzt geäußerten Bedarfe entsprängen einer im Anschluss an eine Informationsveranstaltung des Ortsrates Herberhausen speziell für die beiden Stadtteile Herberhausen und Roringen gesondert gestarteten Abfrage der Verwaltung, erläutert Kimyon. Dabei seien die Eltern aller 2019 schulpflichtig werdenden Kinder persönlich angeschrieben und ihr Bedarf abgefragt worden.

„Für 2018 liegen uns übrigens nur wenige Bedarfsmeldungen vor. Gestern – Montag, 25. Juni – meldete der Herberhäuser Hort sogar noch zwei freie Plätze. Da inzwischen für 2019 Bedarfe für circa 15 Kinder gemeldet wurden, prüft die Verwaltung selbstverständlich, ob und wenn ja wie den Eltern ein Betreuungsangebot gemacht werden kann“, sagt Kimyon.

Er sei überrascht gewesen, so Lieske, dass jetzt – vor allem auch bei Eltern aus Roringen – ein so großer Bedarf an einer Betreuung bis in den Nachmittag hinein bestehe.

Von Michael Brakemeier

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