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Göttingen SPD will Museumsneubau im Albaniviertel
Die Region Göttingen SPD will Museumsneubau im Albaniviertel
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00:22 16.09.2018
Das Städtisches Museum am Ritterplan (ehemaliger Hardenberger Hof). Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

Während der jüngsten Sitzung des Bauausschusses hatte Stadtbaurat Thomas Dienberg ein neues Bundesprogramm zur Sanierung von Sport-, Jugend- und Kulturstätten vorgestellt, von dem das Freibad und das Museum profitieren könnten und für das bundesweit insgesamt 100 Millionen Euro bereitstehen sollen. Weil die Bewerbungsfrist allerdings schon Ende August abgelaufen sei, hätten die Verwaltung und die für das Freibad zuständige Göttinger Sport und Freizeit GmbH Co. KG (GoeSF) noch vor der Einbeziehung politischer Gremien gehandelt und entsprechende Anträge für das Bad und das Städtische Museum auf den Weg gebracht.

Einmütigkeit beim Freibad am Brauweg

Nun musste der Rat allerdings noch entsprechende Beschlüsse fassen, und dies zwingend vor dem 20. September. Bevor es während der Ratssitzung am Mittwoch dazu kam, brachten sich die Fraktionen hierzu in Stellung. CDU-Ratsherr Thomas Häntsch verwies darauf, dass das Freibad am Brauweg 91 Jahre alt und dringend sanierungsbedürftig sei. Als Beispiele nannte er die veraltete Wasseraufbereitung sowie marode Leitungen und Umkleidekabinen. Häntsch warb eindringlich dafür, sich über das neue Bundesprogramm um eine finanzielle Förderung zu bemühen. Dasselbe versuchte seine Fraktionskollegin Wibke Güntzler auch im Hinblick auf das Städtische Museum. Doch während beim Freibad Einmütigkeit im Rat herrschte, löste das Museum Diskussionen aus.

Neuer Standort für das städtische Museum?

SPD-Fraktionschef Tom Wedrins argumentierte, dass es beim Museum im Gegensatz zum Freibad zu viele Unsicherheiten bezüglich der Planung gebe. Seiner Ansicht nach sei es außerdem aussichtsreicher, wenn Göttingen nur einen Förderantrag einreiche. Für das Museum schlug er einen Neubau im Zuge der Umfeldplanung der Stadthalle im neuen Albaniviertel vor. Thorben Siepmann (FDP) entgegnete, dass sich eine Ratsmehrheit bereits für den jetzigen Standort des Museums ausgesprochen habe. Dass Göttingen bessere Chancen auf eine Förderung habe, wenn nur einer der beiden Anträge eingereicht wird, hielt er für falsch.

Grünen-Fraktionschef Rolf Becker wollte die Argumente der SPD ebenfalls nicht stehen lassen. Aus seiner Sicht ließen sich etwaige Fördermittel dazu nutzen, ein Sanierungskonzept für das Museum zu finanzieren. Die Neubau-Idee habe außerdem einen Haken: „Selbst wenn wir das Museum neu bauen würden, gehören uns immer noch die alten Gebäude am Ritterplan. Saniert werden müssen diese in jedem Fall.“

Fehler im Förderantrag

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) wies auf inhaltliche Fehler im Förderantrag für das Museum hin. So seien dort Bundesmittel in Höhe von 5,4 Millionen Euro kalkuliert. Maximal seien aber nach aktuellem Kenntnisstand vier Millionen Euro Förderung möglich. Außerdem verwies Köhler auf Gutachten, die belegen würden, dass der bisherige Museums-Standort ungeeignet sei. Im Übrigen liege der Schwerpunkt des neuen Förderprogramms zu 80 Prozent auf dem Bereich Sport.

Der Rat votierte letztlich für beide Förderanträge – für das Freibad einstimmig, für das Museum gegen 13 Stimmen aus der SPD-Fraktion.

CDU: „Unverständnis bis Bestürzung“

Inzwischen hat die CDU-Ratsfraktion eine eigene Pressemitteilung zum Vorschlag der SPD herausgegeben – und auf die Idee mit „Unverständnis bis Bestürzung“ reagiert. Köhler wird in der Mitteilung vorgeworfen, das Museumsproblem in seiner Amtszeit nicht ernsthaft angehen zu wollen. „Wenn ihm der Hardenberger Hof, das Hauptgebäude des Museums, aber wirklich so am Herzen liegt, wie er in der Ratssitzung gesagt hat, dann muss er eigentlich wissen, dass 2015 von einem Fachbüro eine detaillierte Bauuntersuchung vorgenommen worden ist – wir wissen also sehr wohl, was da an Denkmalschutzarbeiten auf uns zukommt. Wenn OB Köhler nur dann etwas richten lassen will, wenn er Landeszuschüsse erhält, dann muss man ihn schon fragen, ob er den Hardenberger Hof zur nächsten Stockleffmühle verkommen lassen will“, so Wibke Güntzler, kulturpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion.

Hans Otto Arnold (CDU) erwartet im Falle eines Museumsneubaus Kosten von mindestens 20 Millionen Euro – sofern es sich nicht nur um ein „Pavillönchen für kleine Wechselausstellungen“ handeln soll, sondern um ein zeitgemäßes Museum mit Magazinräumen, Werkstätten, Cafeteria und Shop. Dafür seien aber weder im Haushalt noch in der mittelfristigen Finanzplanung Mittel vorgesehen. „Soll das Albani-Quartier mit immer teurer werdender Stadthalle, Tiefgarage, Platzgestaltung und jetzt noch Museumsneubau zum Göttinger Bermudadreieck werden, wo eben mal so 60 Millionen Euro versenkt werden?“, fragt Arnold – und bringt noch einen weiteren Aspekt ins Spiel: „Wenn schon ein Neubau, dann bitteschön auch mit genügend Raum für das Stadtarchiv. Diese wirkliche Pflichtaufgabe der Stadt soll gerade in angemietete Räume ausgelagert werden, deren bauliche Anpassung allein schon einen Millionenbetrag verschlingen wird.“

Von Markus Riese

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