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Göttingen "Schlechte Idee": Freie Fahrt bei Rot für Radfahrer in Göttingen
Die Region Göttingen "Schlechte Idee": Freie Fahrt bei Rot für Radfahrer in Göttingen
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16:21 04.09.2015
Freie Fahrt bei Rot für Radfahrer in Göttingen: Bürger sind vom Plan der Piraten nicht überzeugt. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Radfahren in der Stadt werde attraktiver, wenn die Fahrer schneller durchkommen und dabei auch noch weniger Abgase einatmen, sagt auch der Mobilitätsforscher Ulrich Leth von der TU Wien. Leth ist mit seiner Position nicht allein. Radfahrer-Clubs teilen seine Meinung, und in manchen Städten wie Paris gibt es bereits Kreuzungen mit gelben Pfeilen, an denen Radler bei Rot fahren dürfen, wenn kein Querverkehr kommt.

„Eine schlechte Idee“, sagt Börries Burkardt zu dem Vorschlag von Leth. Gerade in Göttingen sei es für Autofahrer oftmals schwer zu erkennen, auf welche Ampel die Radfahrer achten würden, erläutert der Göttinger. Er befürchtet, dass durch den Vorschlag von Leth mehr Chaos im Straßenverkehr entstünde.

Clessio Gomes hat den Vergleich zu Brasilien: Dort würden die Verkehrsteilnehmer sich kaum nach Ampeln richten. „In Göttingen funktioniert der Verkehr mit den Regeln besser“, sagt der Göttinger. Außerdem sehe er Risiken für mehr Unfälle, wenn die Verkehrsteilnehmer sich nicht an alle Regeln halten müssen.

Melanie Marrah steht der Idee von Leth zwar skeptisch gegenüber, doch „wenn jeder damit verantwortungsvoll umgeht, wäre es okay“. „Es kommt auf einen Versuch an“, sagt die Göttingerin. „Wenn der Straßenverkehr durch diese Regelung entspannter wird, wieso nicht?“

„Die Begründung von Leth ist gut“, sagt Julia Burkhardt. Für sie stellt sich jedoch die Frage: „Können Kinder den Straßenverkehr für diese Regelung gut genug überblicken?“ Außerdem ist ihr unklar, wie Kinder unterscheiden sollen, wann eine Regel gilt und wann nicht, wenn diese uneindeutig werden. „Käme aber auf einen Versuch an“, meint auch diese Göttingerin.

Von Björn Lorenz

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