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Göttingen Schüler und Lehrer demonstrieren in Göttingen
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19:57 25.09.2018
Demo der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Göttingen gegen Pläne, zwei Jahrgänge auszulagern. Quelle: Hinzmann
Göttingen

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Schule klaut“, skandieren dien Schüler immer wieder in Sprechchören. „Eine Schule - Ein Dach“, fordern andere auf Plakaten. „Wir wollen nicht pendeln“ und „Die Geschwister bleibe zusammen“, steht auf Fahnen und Spruchbändern.

Mehr Eindrücke von der Demo in Bildern:

Mit rund 800 Teilnehmern hat die Geschwister-Scholl-Gesamtschule gegen Pläne der Stadt Göttingen demonstriert, einen teil der Schule in eine Außenstelle auszulagern.

 

Laut und bunt ist die langgezogene Gruppe, die von der Schule an der Grätzelstraße im Westen der Stadt über die Königsallee, Godehardstraße, vorbei am Bahnhof und über die Groner-Tor-Straße zum Alten Rathaus zieht. Gab es gegen 17 Uhr eine Kundgebung geplant. Der Unmut aus der GSG richtet sich gegen ein Schulstättenentwicklungskonzept der Stadt, das am Donnerstag erneut im Schulausschuss des Rates diskutiert werden soll.

Mit dem Konzept will die Stadt sicherstellen, dass langfristig die richtigen Schulen in optimaler Ausstattung am richtigen Standort vorhanden sind. Nach aktuellen Plänen sollen manche Schulen ausgebaut und andere zusammengelegt werden – oder sie sollen umziehen. Das erregt an vielen Schulen Unmut – jetzt auch an der integrativen GSG.

Demo der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Göttingen Quelle: Hinzmann

Sie soll nach Vorstellung der Schulverwaltung zwei Jahrgänge in das Gebäude der Heinrich-Heine-Hauptschule in Grone auslagern. Welche Jahrgänge das sein werden, ist noch offen. Damit will die Verwaltung zum einen das gut ausgestattete Schulgebäude in Grone ausnutzen, wenn die Hauptschule bald geschlossen wird. Zum anderen soll die GSG Räume frei machen für die benachbarte Godehard-Grundschule. Sie soll an diesem Weststadt-Standort die Schüler ihrer zweiten Abteilung aufnehmen. Die Räume der Godehardschule II in der Von-Haller-Straße in der Nordstadt sollen dann als Ausweichstandort für die nahe und zunehmend beengte Brüder-Grimm-Grundschule genutzt werden.

Hier geht es zum Video über die GSG-Demo:

„Wir wenden uns ganz entschieden gegen die Umzugspläne“, zitierte am Marktplatz Personalratsmitglied Holger Theiß aus einer Resolution, die die Gesamtkonferenz der Schule am Vortag einstimmig beschlossen hatte. Ein Umzug, und erst Recht eine Teilung, bedrohe den schon schweren, aber erfolgreichen, Umwandlungsprozess der einstigen kooperativen Gesamtschule in eine integrierte Gesamtschule seit 2014. Dieser werde schon seit Jahren durch fehlende Räume und überalterte Gebäude erschwert. „Unsere Schule muss dringend saniert und erweitert werden, auch für die Inklusion“, ergänzte Schulleiter Tom Wedrins. Die jetzigen Stadtpläne seien untragbar.

„Wie Schachfiguren“

„Wir sind schockiert und zornig“, sagte die Schulelternratsvorsitzende Nicole Braunschweig. Auf ihrem Weg, sich weiter zu entwickeln, brauche die GSG Unterstützung von der Stadt und „keine Steine, die uns in den Weg gelegt werden“ „Wir haben das Gefühl, als Schule für die Stadt nur Figuren auf einem Schachbrett zu sein“, sagte die Schülervertreterin Carolin Lachmann und fügte an: „Wir sind eine Gemeinschaft, die nicht so einfach auseinandergerissen werden darf. Und wir wollen beteiligt werden, wenn es um unsere Zukunft geht.“

Schon zuvor hatten Eltern und Kollegium erklärt, dass sie sich übergangen und auch hintergangen fühlen. Seit Jahren leide die Gesamtschule unter Raumnot. Seit eineinhalb Jahren sei die Schule fest davon ausgegangen, dass eher die Godehardschule auszieht und die GSG am Altstandort erweitert wird, so Wedrins. Dafür sind seit 2017 im Haushalt der Stadt 150000 Euro eingestellt.

Besonders verärgert sind Lehrer und Eltern, dass sie erst in den zurückliegenden Tagen aus dem Tageblatt von den neuen Vorschlägen der Verwaltung erfahren haben. Schulleiter Wedrins – im Ehrenamt Vorsitzender der SPD im Rat – sagte, er sei bisher nicht informiert gewesen.

SPD und Grüne bereits entschieden

Im Vorgriff auf die Schulausschuss-Sitzung haben sich bereits die Ratsfraktionen von SPD und Grünen zum Schulstättenentwicklungskonzept positioniert. Grundsätzlich begrüßen sie das Gesamtkonzept und seine Intention, regen aber Änderungen an: Danach soll die Godehardschule II am Standort Albrecht-von-Hallerstraße bleiben. Ein Ausbau der beengten Brüder-Grimm-Grundschule soll „valide“ geprüft werden - ebenso die „lange überfällige Sanierung der GSG“ an ihrem jetzigen Standort.

Der Schulausschuss tagt am Donnerstag, 27. September, um 16 Uhr im Ratssaal im Neuen Rathaus.

Von Ulrich Schubert

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