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Göttingen Schüler besuchen Göttinger Ausstellung über Polizei im NS-Staat
Die Region Göttingen Schüler besuchen Göttinger Ausstellung über Polizei im NS-Staat
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19:32 08.05.2014
Von Jürgen Gückel
Info-Rallye in der Polizei-Ausstellung: Deniss (r.) und Senjur erarbeiten sich, wie aus Notverordnungen polizeiliche Willkür wurde. Quelle: Hinzmann
Göttingen

So steht es da in der Ausstellung „Ordnung und Vernichtung – Die Polizei im NS-Staat“.

Die drei Schülerinnen des Jahrgangs zehn der Käthe-Kollwitz-Hauptschule gehören der ersten Schulklasse an, die im Unterricht zu Gast ist in der Polizeiinspektion, Otto-Hahn-Straße.

Dort ist noch bis 4. Juni zu sehen, was zunächst auf Beschluss der Innenminister als Bundes-Ausstellung zusammengetragen wurde, was von den Experten des Polizeimuseums Nienburg ergänzt und durch den Göttinger Geschichtsverein um lokale Aspekte erweitert wurde.

Machtinstrument und Handlangertruppe

Zu sehen ist eine Ausstellung teils erschütternder Dokumente, wie aus einer Ordnungspolizei der Weimarer Republik ein Machtinstrument des NS-Regimes und eine Handlangertruppe des Massenmordes an Juden wurde.

Warum die Polizei heute dieses unrühmliche Kapitel ihrer Geschichte zeigt? „Ich kann das Heute nur verstehen, wenn ich das Gestern kenne“, erklärt Norbert Esemann vom Präventionsteam den Schülern. Dann drückt er ihnen gruppenweise Zettel mit Fragen in die Hand, die sich die jungen Leute anhand der Ausstellung erarbeiten sollen.

Etwa die Fragen an Bahar, Jenny und Shari. Sie sollen sich anhand eines Zitates, das sie schließlich in den Texten finden, erarbeiten, wie ganz normale Schutzleute zu brutalen Gewalttätern in Kriegsgebieten werden konnten.

„Die Polizei war im Dritten Reich Teil des Apparates“

Schon seit 1935, steht da, wurden Polizisten für den Kriegsfall ausgebildet, selbst ihre Dienstfahrräder erhielten luftschutzmäßigen Anstrich auf den Chrom teilen.

„Wir müssen ehrlich sein: die Polizei war im Dritten Reich Teil des Apparates“, sagt mitten zwischen den Schülern Polizeidirektor Gerd Hujahn ins Mikrofon von Redakteurin Anja Westphal. Die sendet live für den NDR aus der Ausstellung. Später wird sie auch die Schüler befragen.

Von ihnen, so wünschen sich Hujahn und Polizeisprecherin Jasmin Kaatz, sollen in den nächsten Wochen noch viele die Ausstellung sehen. Führungen kann man unter Telefon 05 51 /  4 91 20 08 oder 23 06 mit dem Präventionsteam vereinbaren.

Ausstellung bei der Göttinger Polizei: „Ordnung und Vernichtung – Die Polizei im NS-Staat“. © Hinzmann
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