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00:19 09.02.2018
Schüler der dritten und vierten Klassen der Höltyschule in ihren Musical-Kostümen. Quelle: Eggers
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Göttingen

Trommeln erklingen vom Band, die Dritt- und Viertklässler stehen in zwei Reihen, einander abgewandt und streiten sich, ob Streifen oder Punkte besser sind. Verkleidet als Giraffen und Zebras, stellen sie zwei afrikanische Herden dar, die sich offensichtlich nicht leiden können. Erst als das Giraffenkind Raffi und das junge Zebra Zea sich anfreunden, nähern sich die unterschiedlichen Tiere an. „Ich habe das Musical vorgeschlagen, weil ich finde, das Grundthema Freundschaft passt gut in unseren heutigen Zeitgeist und regt zum Nachdenken an“, erzählt Projektleiterin und Lehrerin Nea Augustin. Bei der Afrika-Woche ist die ganze Schule im Musical-Fieber und probt die letzten Durchgänge vor der Generalprobe am Donnerstag. Palmen aus Blumentöpfen und Sisal stehen am Rand des Probenraumes in der Grundschule und wurden als Requisiten von den Schülern, ebenso wie die Kostüme, eigens in der Theater-AG hergestellt.

Augustin beginnt jede Szene mit dem Zusammenfassen des Inhalts: „ Damit die Kinder eine Vorstellung davon bekommen, was sie spielen, dabei hilft auch die Musik sehr gut.“ Durch die Zusammenwirkung von Musik und Text würden die Kinder einfacher lernen. Unter der musikalischen Leitung von Sebastian Kedziora bildeten die Dritt- und Viertklässler Chöre, die teilweise vom Orchester der Schule unterstützt werden. Unter der Leitung von Ulla Schimpf erklingen vorrangig Celli und Geigen. Im Zuge einer Kooperation mit der Frühförderung des Göttinger Knabenchors, wirken zudem mehrere Erst- und Zweitklässler stimmlich mit.

„Die Musik ist durch ihren afrikanischen Touch rhythmisch und sehr lebendig. Deswegen ist es mir wichtig, dass die Kinder sich mit Mimik und Gestik passend bewegen und nicht nur den auswendig gelernten Text wiedergeben“, erzählt Kedziora. Und das tun sie: Mit schwungvollen Armbewegungen und bösen Blicken zwischen Zebras und Giraffen singen die Schüler mal laut, mal leise. Verbesserungen, wie auf die Aussprache der Konsonanten zu achten, werden aufgenommen und umgesetzt.

Insgesamt 120 Kinder sind an der Produktion beteiligt. Neben Zebras und Giraffen wirken noch Löwen und Erdmännchen mit. „Viele Rollen sind doppelt oder dreifach besetzt, damit die Spielenden sich gegenseitig helfen können, aber auch um gegen Krankheitsfälle gewappnet zu sein“, so Augustin. Die Schüler machen begeistert mit und finden es „super gut“: „Den Bezug zur Wirklichkeit finde ich gut, in Echt ist es ja auch so“, meint die achtjährige Sofia. „Die Freundschaft untereinander ist toll“, so der achtjährige Ferdi. Ähnlich sieht es der achtjährige Aurelian und meint, „ es ist gut, dass auch ein bisschen Action dabei ist.“

Neben einer weiteren Kooperation mit dem Kindergarten im Wald, unterstützen Schüler der Technik-AG des THGs die Grundschule, indem sie Licht und Ton regeln.

„Mit fast nichts anderem kann so viel Gemeinschaftsgefühl erzeugt werden, wie mit diesem Projekt. Die Kinder summen oder singen in den Gängen die Melodien, selbst wenn sie gar nicht mitspielen“, schwärmt Augustin. „ Es ist ein riesiger Aufwand der ohne die Unterstützung aller gar nicht möglich wäre“, ergänzt Kedziora.

Die Einnahmen des Stückes gehen zum größten Teil an das Schulprojekt „Maishamema“ in Kenia: „Das Projekt bereitet Kinder in den Slums von Nairobi darauf vor, überhaupt zur Schule gehen zu können, ich finde das passt thematisch sehr gut“, so Augustin.

Die Vorstellungen sind am Donnerstag, 8. Februar, um 16 Uhr, am Freitag, 9. Februar, um 10.30 Uhr und am Sonnabend, 10. Februar, um 17 Uhr. Karten gibt es ab fünf Euro an der Abendkasse, Grotefendstraße 1, oder online unter musical@hoelty-schule.de.

Von Madita Eggers

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