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Göttingen Sprachlerngruppe gefordert
Die Region Göttingen Sprachlerngruppe gefordert
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07:00 25.02.2019
Die Bildung einer Sprachlerngruppe für Göttingen wird im Schulausschuss diskutiert. Quelle: dpa
Göttingen

Über die Bildung einer Sprachlerngruppe für Göttingen soll im Schulausschuss am Donnerstag, 28. Februar, diskutiert werden. Der Ausschuss beginnt um 16 Uhr im Sitzungsraum Thorn im Neuen Rathaus, Hiroshimaplatz.

Es liegt ein gemeinsamer Antrag aller Ratsfraktionen und -gruppen und von Francisco Welter-Schultes (Piraten) vor. In ihm wird die Verwaltung aufgefordert, bei der Landesschulbehörde eine Sprachlerngruppe für die Stadt Göttingen zu beantragen. Sie soll für unterjährig zuziehende schulpflichtige Kinder- und Jugendliche aus dem EU und Nicht-EU-Ausland sein, die eine weiterführende Schule in Göttingen besuchen sollen. Die Sprachlerngruppe, so die Vorstellung der Antragsteller, ist keiner bestimmten Schule oder Schulform zugeordnet. Darüber hinaus soll sie mit entsprechendem Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und allgemeinbildenden Lehrkräften ausgestattet werden. Die Verweildauer der Schülerinnen und Schüler soll mindestens sechs bis maximal zwölf Monate betragen. Erst danach wird über eine Zuweisung an die hiesigen weiterführenden Schulen entschieden, so lauten die Vorstellungen.

Praxis hat sich nicht bewährt

Für die Ratsfraktionen hat sich die bisher ausgeübte Praxis nicht bewährt. „Im laufenden Schuljahr hat sich mehrfach die Situation ergeben, dass Kinder aus dem EU- und Nicht-EU-Ausland nach Göttingen zuziehen. Die Landesschulbehörde hat bisher die Praxis angewandt, diese zeitnah auf die hiesigen weiterführenden Schulen zu verteilen. Dies wird weder den ankommenden Kindern, noch den aufnehmenden Schulen gerecht. Die sehr heterogene Gruppe der Kinder hat völlig unterschiedliche Voraussetzungen, einige sind nicht alphabetisiert, sprechen kaum ein Wort Deutsch, andere haben bereits Schulerfahrung in ihrer Muttersprache. Einige der Kinder sind durch Flucht- und Verfolgungserfahrungen traumatisiert. Die bisherige Praxis, diese Kinder möglichst schnell auf Göttinger Schulen zu verteilen, geht völlig an den wirklichen Bedürfnissen dieser Kinder vorbei“, lautet ein Teil der Begründung.

Sie bräuchten vielmehr ausreichend Zeit, um in der Stadt anzukommen, ausreichend Deutsch zu lernen, um dann in der Lage zu sein, dem Unterricht folgen zu können und somit in ihren Klassen eine echte Chance zu erhalten, integriert werden zu können. Auch die Göttinger Schulen würden durch die Aufnahmen dieser unterjährig zuziehenden Kinder stark belastet.

Kaum Schulerfahrung

Die Kinder sprächen kein Deutsch und hätten unabhängig von ihrer Alterszuordnung in bestimmte Jahrgänge oft keine oder kaum Schulerfahrung. Diesen Kindern echte Teilhabe und Bildungschancen zu ermöglichen, sei in großen Klassen mit der jetzigen Lehrer-Versorgung kaum zu leisten. Dazu stünden weder personelle noch zeitliche Ressourcen in ausreichendem Maße zu Verfügung. Sollten die betroffenen Kinder erfolgreich in das Schulsystem integriert werden, bräuchten sie eine Sprachlerngruppe für Göttingen, die es den Kindern ermöglicht, sprachliche und schulische Kenntnisse zu erwerben. Erst danach könne in Absprache mit den DaZ/Lehrkräften auch sinnvoll entschieden werden, welche weiterführende Schule für welches Kind die Richtige ist, heißt es in dem Antrag weiter.

Bislang sieht die Praxis so aus, dass „die Schulen vom Land ein gewisses Kontingent an Sprachförderstunden erhalten“, erläuterte Dominik Kimyon, Verwaltungssprecher der Stadt Göttingen, auf Anfrage.

Von Vicki Schwarze

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