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Göttingen „Nur die Harten kommen in den Garten“
Die Region Göttingen „Nur die Harten kommen in den Garten“
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17:59 10.04.2017
Quelle: yah
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Göttingen

Als er den Schulgarten betrat, habe sich Henri gedacht: „Das wird nichts.“ Für den Schüler der sechsten Klasse war es unvorstellbar, dass auf der grünen Wiese im Hinterhof des Schulgebäudes elf Beete mit knapp 300 Gemüsepflanzen entstehen sollten, erzählte er. Diese sollten eine Mischung aus bekanntem Gemüse „und Sachen, die den Kindern unbekannter sind“ - wie Mangold oder blau-rötliche Kartoffeln - werden, erklärte Marlena Wache von der „Gemüse-Ackerdemie“.

Das Bildungsprogramm, das von Stiftungen und Landwirtschaftsunternehmen mitfinanziert wird, unterstützt bundesweit 120 Schulen beim Anbau von Gemüseackern. „Die Kinder haben wenig Bezug dazu, wo ihre Lebensmittel herkommen“, sagte Wache. Durch das Schulgartenprogramm sollen die Schüler Essen wertschätzen lernen - entgegen der „Wegschmeiß-Kultur“.

„Das Wichtigste ist das Inhaltliche“, ergänzte Schulleiter Tom Wedrins, der mit einem Spaten in der Hand ordentlich mithalf beim Umgraben. Nach den Osterferien soll der Acker dann bepflanzt und regelmäßig von den 30 Schülern der Umweltklasse gepflegt werden. Was mit der Ernte geschieht, entschieden die Kinder und Lehrer gemeinsam, sagte Wache. Das sei „Teil des Konzepts“.

Bei Getränken und Kuchen zogen die Schüler während der Mittagspause ein erstes Fazit, seit 7.50 Uhr hatten sie schon gearbeitet: „Jetzt merkt man, dass alles langsam Form annimmt“, freute sich Sarah. Mitschülerin Karolin empfand die Arbeit „anstrengender als Unterricht“, aber es sei ein gutes Gefühl, dass ihre Lehrer und Eltern so ein Projekt unterstützen. Und Henri? Der fand es „ganz cool“, wie weit sie schon gekommen seien. „Wir mussten hier aber auch mal weiterkommen“, sagte er. Denn: „Nur die Harten kommen in den Garten.“

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