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Göttingen Schulleiter sprechen sich für dreizügige Grundschule in Friedland aus
Die Region Göttingen Schulleiter sprechen sich für dreizügige Grundschule in Friedland aus
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00:28 23.03.2015
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Friedland

Nach der Kündigung der Räume in Groß Schneen durch den Landkreis steht die Politik vor dieser Entscheidung: Entweder eine neue Schule in Groß Schneen bauen (einzügig, zweizügig oder gar dreizügig) oder einen An- oder Neuau in Friedland realisieren, womit es nur noch eine Schule im ganzen Gemeindegebiet für 14 Ortschaften gäbe. In der Ratssitzung im Sporthaus Niedernjesa war der Saal wieder voll mit Eltern und Lehrern, viele davon auch aus Friedland. Denn was bei der Unterschriften-Aktion, die die Elterninitiative Groß Schneen gestartet hatte, nicht klar wurde: Würde in Groß Schneen tatsächlich eine zwei- oder dreizügige Schule gebaut, wie die Initiative fordert, wäre das das Aus für die Grundschule Friedland. Zumindest aber würde diese nur noch einzügig zu führen sein. Dabei hat die Gemeinde in den letzten fünf Jahren knapp 1,5 Millionen Euro in die Sanierung von Gebäude und Schulhof in Friedland gesteckt.

Andererseits haben sich 1825 Friedländer in der Unterschriftenliste, die von Stefan Karrasch dem Rat übergeben wurde, für „den Erhalt der Grundschule Groß Schneen“ ausgeprochen. Den wird es aber auf keinen Fall geben, denn die Räume sind definitiv gekündigt, und auf nur vier notdürftige Klassenräume im Untergeschoss will sich die Gemeinde auf keinen Fall einlassen, erklärte Bürgermeister Andreas Friedrichs.

Bliebe nur ein Neubau: Nach neuesten Berechnungen würde der in Groß Schneen einzügig gut 2,8 Millionen Euro kosten. Zweizügig, also mit acht Klassenräumen, wären es bereits fast 4,8 Millionen. In Friedland würde ein Anbau mit vier neuen Klassenzimmern und Funktionsräumen ausreichen und 2,4 Millionen Euro kosten, um die Friedländer Schule dann dreizügig zu machen. Nach den jüngsten Zahlen der Verwaltung würde die Dreizügigkeit bei aktuellen Geburtenraten dauerhaft ausreichen.

Während die Friedländer Schulleiterin Elke Klambeck mahnte, „Dreizügigikeit an nur einem Standort trägt auch zum Elternfrieden bei und ist entspannter für Kinder und Eltern“, appellierte selbst Inge Neubacher, Leiterin der Groß Schneer Schule, dafür, auf jeden Fall eine „pädagogische Einheit“ und keine neue Zwergschule zu schaffen.

„Mittelfristig fünfzügig“

Groß Schneen. Vor dem Hintergund der Suche nach neuen Räumen für die Beschulung der Groß Schneer Grundschüler hat Marcel Riethig (SPD), Schuldezernent des Landkreises, noch einmal die Notwendigkeit betont, der Gemeinde die bisher genutzten Räume im kreiseigenen Schulzentrum zu kündigen. Diese würden für die erfolgreiche Carl-Friedrich-Gauß-Oberschule benötigt, die nach Überzeugung Riethigs „mittelfristig fünfzügig“ geführt werde. Zwar gebe es im Gutachten zum Schulentwidcklungsplan auch eine Prognose, wonach die Oberschule aufgrund der demografischen Entwicklung möglicherweise dauerhaft nur dreizügig sein würde. Rietig aber sagt: „Wir arbeiten mit den Zahlen des Schulentwicklungsplanes, nicht mit Prognosen in die Zukunft.“ Diese seien nicht nachvollziehbar. „Aus meiner Sicht sind die wertlos“, so Riethig.

Nach eingehender Prüfung habe der Landkreis der Gemeinde einzig das Angebot machen können, Funktionsräume im Untergeschoss des Schulzentrums umzubauen und dadurch vier Klassenräume plus Lehrerzimmer und einen Fachraum für eine einzügige Grundschule zu schaffen. Die frei werdenden Pavillons könnten überdies genutzt werden. Das hat die Gemeinde Friedland bereits als pädagogisch unzureichend abgelehnt.

Riehtig appelliert: Es dürften in dem Schulstreit nicht Kreis und Gemeinde gegeneinander ausgespielt werden. „Wir lassen die Gemeinde mit dem Problem nicht allein“, kündigte der Dezerntent für den Fall eines Neu- oder Anbaus der Gemeinde auch finanzielle Hilfe an.        ck

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