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Göttingen Slam-Lyrik im fahrenden Bus in Göttingen
Die Region Göttingen Slam-Lyrik im fahrenden Bus in Göttingen
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00:26 01.06.2015
Der Slam-Künstler Dalibor. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Als Dalibor das Megafon erhebt, drehen sich einige erwartungvolle Augenpaare auf ihn. Eine junge Frau nimmt etwas ungläubig ihre Kopfhörer von den Ohren und lauscht den Reimen, die der Künstler von sich gibt.

Zum zweiten Mal bringt das Göttinger Literarische Zentrum einen Künstler der sogenannten Slam-Poesie auf die fahrende, improvisierte Bühne öffentlicher Busse. Slam-Poesie bildet seit den 1990er-Jahren in Deutschland eine Gattung der Lyrik, die zumeist auf Bühnen im Wettbewerbscharakter vorgetragen wird. Am Vormittag hatte der Künstler für 220 Schüler des Hainberg und Otto-Hahn-Gymnasiums eine Einführung in die Slam-Poesie gegeben.

Nachmittags will Initiatorin Gesa Husemann noch weitere junge Menschen erreichen.Dalibor legt im Bus richtig los. Dabei beginnt er in das mitgebrachte Megafon zu rappen und zu beatboxen. Die anfänglich noch sehr irritierten, zumeist jugendlichen, Fahrgäste lockern langsam auf und klatschen nach dem ersten Beitrag.

Der 39-jährige Künstler aus Frankfurt lebt mittlerweile davon Slammer zu sein. Seit 14 Jahren widmet er sich der Kunstform. Nach der kurzen Busfahrt vom ZOB zum Levin Park sagt Dalibor über die unangekündigte Performance: „Es war ein bisschen wie früher. Da bin ich auch so aufgetreten.“ In einem Bus zu slammen war für ihn allerdings neu.

Serena (17) hat der Auftritt gefallen. Es sei komisch, sagt sie, dass im Bus so etwas stattfinde, dürfe aber schon öfters passieren. Angelika (17) und Judith (16) sind sich nicht so sicher. Sie kannten Poetry-Slam vorher noch nicht, aber sie wollen auch in Zukunft lieber Musik beim Busfahren hören.

 pmr

Am Sonnabend, 30. Mai, tritt Dalibor mit anderen Künstlern beim Poetree-Lyrikfestival im Cheltenham Park auf. Beginn ist dort um 12 Uhr.

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